Geplante Datenautobahn: Resonanz lässt zu wünschen übrig

Befragung läuft schleppend

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Ein wichtiger Teil der Infrastruktur in Nordhessen: Das schnelle Internet ist die Voraussetzung dafür, dass Privatpersonen und Firmen in der Region bleiben oder sich dort ansiedeln.

Kreis kassel. Es ist ein eindringlicher Appell, den Helsas Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) per Presserklärung an die Bewohner der Lossetalgemeinde richtet.

„Ohne Internet geht heutzutage rein gar nichts mehr, und es wird in Zukunft immer wichtiger werden“, heißt es in der Mitteilung. Und: „Deshalb brauchen wir eine leistungsfähige und zukunftssichere Versorgung.“

Zwar ist bekannt, dass sich die meisten Helsaer dringend ein schnelleres Internet wünschen; an der Befragung des Regionalmanagements Nordhessen, mit der der Bedarf ermittelt werden soll, haben bislang dort allerdings nur die wenigsten Bürger teilgenommen.

Das Problem gibt es nicht nur in dieser Kommune. Insgesamt ist die Beteiligung an der Befragung im Landkreis Kassel bislang ausgesprochen schwach. Dabei hängt die Entscheidung, ob es in Nordhessen eine flächendeckende Datenautobahn auf Glasfaserbasis geben wird, von der ausreichenden Nachfrage bei Privatpersonen und Unternehmen ab.

Denn das Glasfasernetz ist ein Mammutprojekt. Mit 193 Millionen Euro werden die Kosten für den Breitband-Ausbau in den fünf nordhessischen Landkreisen beziffert. Noch in diesem Jahr könnte der Vertrag zur Gründung einer gemeinsamen Infrastrukturgesellschaft unterzeichnet werden - vorausgesetzt, die Nachfrage ist groß genug. „Nur wenn genügend private und gewerbliche Nutzer in der Region bestätigen, dass sie in den nächsten Jahren einen Bedarf von mindestens 30 Megabit pro Sekunde haben, darf mit dem Ausbau begonnen werden“, sagt Kathrin Laurier, Projektkoordinatorin für den Breitband-Ausbau beim Regionalmanagement.

17 000 Privatpersonen und rund 3000 Unternehmen haben sich nordhessenweit bislang an der Befragung beteiligt. 95 Prozent der Befragten gaben laut Laurier an, dass sie mit der momentanen Übertragungsgeschwindigkeit unzufrieden sind.

Internet zu langsam

Am stärksten ist die Resonanz im Schwalm-Eder-Kreis gefolgt vom Werra-Meißner-Kreis. Laurier: „In den anderen Landkreisen ist die Resonanz noch sehr gering.“

Als Zielmarke hat man beim Regionalmanagement 30 000 Teilnehmer definiert. Projektkoordinatorin Laurier ist optimistisch, dass diese Zahl noch erreicht wird.

Gegenwärtig werte man die Papier-Fragebögen aus und gebe die Ergebnisse in den Computer ein.

Dass es überhaupt noch Fragebögen auf Papier gibt, illustriert das Problem, um das es bei der Befragung geht: Für eine Reihe von Teilnehmern sind Antworten per Computer kein Thema. Der Grund: Das Internet ist viel zu langsam.

Weitere Informationen: Die Umfrage läuft noch bis Ende August auf der Internetseite des Regionalmanagements auf www.regionnordhessen.de, Fragebögen sind auch bei allen Stadt- und Gemeindeverwaltungen erhältlich.

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