Seminar: Ehrenamtliche Begleiter befassten sich mit dem Thema Sterben und Trauer

Begegnung mit dem Tod

Bewegendes Seminar: Die Teilnehmerinnen Hildegard Worm, Ursula Schäfer, Gisela Beck, Katharina Kießling und Angelika Hupe (stehend von links), Elvira Grusie, Margarethe Szauter, Erika Striemer und Edith Wulff (sitzend von links) erfuhren viel über das Thema Sterben und Tod. Foto: Hartung

baunatal. Wenn ein geliebter Mensch stirbt, hinterlässt der Tod eine große Lücke bei den Hinterbliebenen. Das ist ein Gefühl, das Angelika Hupe gut kennt. Ihr Vater ist vor einem Jahr plötzlich durch einen Schlaganfall gestorben. „Ich dachte, es zerreißt mich“, sagt sie.

Am Wochenende leitete Hupe ein Seminar für Ehrenamtliche zum Thema Sterben und Tod, veranstaltet in Zusammenarbeit mi , in Kooperation mit dem Awo-Altenzentrum in Altenbauna und der Leitstelle Älterwerden der Stadt Baunatal, Die Seminarleiterin wird beruflich oft mit Sterben und dem Tod konfrontiert. Angelika Hupe hat einen ambulanten Pflegdienst in Kassel und ist Lehrerin für Pflegeberufe. „Erst wenn man selbst einmal persönlich betroffen war, kann man Trauernde verstehen und ihnen helfen“, sagt sie.

Die elf Teilnehmerinnen im Alter von 52 bis 86 Jahren haben alle schon als Ehrenamtliche Sterbende auf ihrem letzten Weg begleitet. Themen des Seminars waren die Gestaltung des Umfeldes von Sterbenden im Altenpflegeheim, Begleitung, Gestaltung des Sterbezimmers, Kommunikation mit Sterbenden und die Begleitung Angehöriger.

Außerdem berichtete Angelika Hupes Tochter Annika (29) von ihrem Beruf als Altenpflegerin, bei dem sie auch die Versorgung von Verstorbenen übernimmt. Ziel und Schwerpunkt des Seminars war aber die Trauerbegleitung.

„Die, die übrig bleiben, brauchen unsere Unterstützung, nicht die Toten“, sagte Angelika Hupe. Besondere Rituale, die mit dem Verstorbenen in Verbindung stehen, seien besonders wichtig.

Die Teilnehmerinnen berichteten während des Seminars auch von ihren eigenen Erfahrungen mit dem Sterben. Ursula Schäfer zum Beispiel erzählte von ihrer Nahtod-Erfahrung. Die 70-Jährige bestätigte die Klischees, mit denen das Sterben oft in Verbindung gebracht wird.

„Ich war auf einer wunderschönen Wiese, und mein Leben zog in Bildern an mir vorbei“, erzählte sie.

Katharina Kießling hat früher als Kinderkrankenschwester auf einer Krebsstation gearbeitet. „Die Kinder haben gewusst, dass sie sterben müssen und haben ganz offen über den Tod gesprochen“, so erinnert sich die 86-Jährige, die vielen Sterbenden die Hand gehalten hat.

Ob ehrenamtliche Sterbebegleitung oder persönliche Erfahrungen in der Familie – einige der Seminarteilnehmerinnen waren durch ihre Erinnerungen sichtlich aufgewühlt, was nochmals verdeutlichte, wie wichtig die Trauerbewältigung für die Hinterbliebenen ist.

Von Tina Hartung

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