Richter-Hallen werden zu Zentrum für erneuerbare Energien – Bürger informierten sich

Begeisterung und Skepsis

Die Richter-Hallen in Lohfelden ändern ihr Gesicht: Die Dächer der alten Industriehallen wurden bereits erneuert und mit Solarelementen bestückt. Die alte Villa wird bald abgerissen und durch ein Seminarzentrum mit Tagungshotel ersetzt (vorn). Zeichnung: ZEED

Lohfelden. An den Richter-Hallen in Lohfelden hat die Zukunft begonnen. Eine Halle wurde abgerissen, um Freiräume an der Langen Straße zu schaffen, die Dächer der Hallen wurden komplett saniert und mit Fotovoltaik-Modulen belegt. Jetzt unterrichtete die Gemeinde Lohfelden die Bürger über den Bebauungsplan für die Neugestaltung des ehemaligen Industriekomplexes, der bis Ende 2013 zu einem Zentrum für erneuerbare Energien (ZEED) ausgebaut werden soll.

Die Reaktionen der wenigen anwesenden Bürger auf den Bebauungsplan und die Pläne der Firma ZEED, die den ehemaligen Industriekomplex zu einem Marktplatz für Energieeffizienz entwickeln will, fielen unterschiedlich aus.

„Ich befürchte, dass unser Haus durch die zusätzliche Verkehrsbelastung im Wert fällt“, sagte Anwohnerin Lore Fehr. Heino Kirchhof hingegen ist von den Plänen begeistert: „Das übersteigt alle Träume und Vorstellungen“, sagte der in Vollmarshausen lebende Solarexperte. „Mit dem neuen Bebauungsplan gestaltet sich die Situation für die Bewohner in den umliegenden Wohngebieten verträglicher, weil eine gewerbliche Nutzung entfällt“, sagte Uwe Höger vom Kasseler Planungsbüro AKP. Außerdem werde die Zahl größerer Veranstaltungen auf 90 Termine im Jahr und die Kapazität des geplanten Tagungshotels mit Gästehaus auf 100 Zimmer begrenzt, sagte der Planer.

ZEED-Geschäftsführer Claus Beller ist von der Wirtschaftlichkeit des Großprojektes, das auf 12 000 Quadratmeter Ausstellungs- und Eventflächen ausgelegt ist, überzeugt. „Die Menschen sind nach den Ereignissen in Japan bewusster geworden“, sagte der ZEED-Geschäftsführer, der ein besonderes Augenmerk auf die Elektromobilität legen will. Das sei ein Bereich, der noch entwickelt und viel populärer werde, sagte Beller.

Im ehemaligen Verwaltungsgebäude soll ein Seminarzentrum entstehen, in dem beispielsweise auch arbeitssuchende junge Leute aus Spanien an das Thema erneuerbare Energien und damit an den Arbeitsmarkt in Deutschland herangeführt werden sollen.

Im Außenbereich werden vor allem für Gruppen von Schulen und Kindergärten Erlebnisangebote geschaffen, kündigte Beller an.

Probleme für Fußgänger

Kritisiert wurde bei der Beteiligungsveranstaltung die augenblickliche Situation für Fußgänger an der Langen Straße in Höhe der Richter-Hallen.

„Die Schulkinder tun mir leid“, sagte Lore Fehr. Es fehlen Anschlüsse zum Gehweg an der Langen Straße, sagte die 78-jährige Rentnerin. Bürgermeister Michael Reuter und Bauamtsleiter Rolf Schweitzer sagten Hilfe zu.

Probleme mit dem künftig zunehmenden Zielverkehr befürchten die Fachleute nicht. Es werde deshalb keine weiteren Abbiegespuren in der Crumbacher Straße geben, sagte der Bürgermeister.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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