Tagesmütter sind wichtige Säule bei der Kinderbetreuung

Gut behütet im Spatzennest

+
Bei schönem Wetter geht es in den Garten: Andrea Dittmar (links) und Sieglinde Prochazka (rechts) mit sieben ihrer acht Schützlinge. Das sind Eva, Lionel (vorn von links), Johannes (dahinter), Nella, Luke, Mats und Lion.

Baunatal. Eva und Lionel (beide 2) füllen mit Löffeln Sand in einen kleinen Trichter, Nella macht die ersten Kletterversuche: Andrea Dittmar und Sieglinde Prochazka betreuen in einem Raum des privaten Kindergartens Abenteuerland am Bornhagen gemeinsam acht Kinder.

Spatzennest nennen sie das. Dittmar (43) und Prochazka (55) sind aber keine Erzieherinnen der Kita. Die beiden Frauen haben sich vor fünf Jahren erfolgreich als Tagesmütter zusammengetan. Seitdem hätten sie mehr als 40 Kleinkinder betreut, sagt Prochazka. „Wir haben eine Warteliste.“

Qualifizierte Tagesmütter bilden in Baunatal eine wichtige Säule bei der Gewährleistung des gesetzlichen Anspruchs auf die Betreuung von unter Dreijährigen. Allein der Verein Tagespflege Baunatal-Schauenburg, dem sich 22 Tagesmütter angeschlossen haben, betreut nach eigenen Angaben mehr als 80 Kinder. Trotz des Ausbaus der Plätze in den Kitas habe sie Nachfragen von Eltern erhalten, die angaben, keinen Platz in ihrer Wunsch-Kita erhalten zu haben, sagt Manuela Brombach, Vorsitzende des Vereins. Die Tagesmütter hätten gut zu tun. „Viele Eltern entscheiden sich bewusst für eine Betreuung im familiären Umfeld und in der Kleingruppe“, erklärt Brombach. Tagesmütter dürfen maximal fünf Kinder allein betreuen. Allerdings seien zu wenige von ihnen bereit, in den Randzeiten, also am späten Nachmittag oder frühen Abend sowie an Wochenenden, Kinder zu betreuen. Deshalb habe man schon Eltern absagen müssen, berichtet Brombach.

Auch Dittmar und Prochazka betreuen ihre Schützlinge nur von acht bis 13 Uhr. An den Wochenenden verlangten die eigenen Kinder ihr Recht, sagen sie.

Die beiden Frauen haben sich durch die ehrenamtliche Arbeit in der Kita Abenteuerland kennengelernt, die ihre eigenen Kinder besucht haben. Viele ihrer Schützlinge wechselten in die Kita im gleichen Haus, wenn sie dem Kleinkindalter entwachsen sind. Das Konzept des „Spatzennests“ komme bei den Eltern an. „Wir wollen die Selbstständigkeit der Kinder fördern. Sie lernen bei uns, miteinander umzugehen“, sagt Prochazka. Die Eltern schätzten auch die dreiwöchige Eingewöhnungszeit, die das Spatzennest den Kindern einräume, und die Transparenz der Betreuung. „Wir erzählen ihnen nicht nur das Positive, sondern sagen auch, wenn es einen Streit gegeben hat“, erklärt Prochazka.

Krank werden dürfen die beiden Frauen möglichst nicht. „Die Vertretung ist ein Problem“, sagt Dittmar. Das bestätigt auch Brombach. Da habe man noch keine Lösung.

Von Peter Dilling

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.