Anna und Hans Sandrock sind seit 70 Jahren verheiratet - Heute feiern sie in Heiligenrode Gnadenhochzeit

Beim ersten Treffen hat’s gefunkt

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Seit 70 Jahren ein Ehepaar: Anna und Hans Sandrock feiern heute Gnadenhochzeit.

Niestetal. „Würden Sie Ihren Mann noch einmal heiraten?“ „Jawoll“, kommt es klar und deutlich von Anna Sandrock. „Immer“. Und die 91-Jährige weiß genau, was sie sagt: Seit 70 Jahren ist sie jetzt mit ihrem Mann Hans (88) verheiratet. Heute feiert das Paar das seltene Fest der Gnadenhochzeit.

Anna stammt aus Salzmannshausen, Hans Sandrock aus Hannoversch Münden. Zusammen fanden die beiden 1939 über Annas ältesten Bruder Heinz, der mit Hans befreundet war. „Als ich Anna zum ersten Mal sah, hat es gleich gefunkt“, sagt der Ehemann strahlend. „Jetzt war Heinz mein Vorwand, dass ich Anna immer sehen konnte“, erzählt er.

„Ich wollte schmusen, Anna musste Strümpfe stopfen“, bringt er es schmunzelnd auf den Punkt. Anna hatte neun Geschwister und musste von Kindheit an hart arbeiten. „Sie hatte ein viel schwereres Leben als ich“, sagt Hans Sandrock. Er hat Metallflugzeugbauer bei Fieseler gelernt.

Am 25. Dezember 1941, an Annas 20. Geburtstag, verlobten sie sich. Dann wurde Hans eingezogen, kam in englische Gefangenschaft, 1948 kehrte er zurück. Die Familie - inzwischen war Tochter Inge geboren - traf sich in Archfeld bei Herleshausen wieder. Zunächst lebten die Sandrocks in Sandershausen, und der junge Familienvater startete seinen beruflichen Weg in die Verwaltung. Dabei halfen ihm seine Englischkenntnisse aus der Kriegsgefangenschaft. Hans Sandrock absolvierte mit großem Erfolg die amerikanische Ingenieurschule in Murnau, arbeitete in Gießen und Darmstadt. 1955 wurde Sohn Axel geboren.

Anna versorgte die Kinder und den Haushalt, arbeitete bei Holz Riffer und dann zehn Jahre als Verkäuferin bei Neckermann. „Anna war sparsam, sie wirtschaftete sehr gut“, sagt der Ehemann. „Und ich fragte sie immer um Rat.“ „Anna sagte dann: Wenn’s schiefgeht, bin ich deine Frau. Wenn Du Glück hast, auch.“

Hans Sandrock qualifizierte sich zum Militärseelsorger, 1978 kam er dann zum Landeskirchenamt Kurhessen-Waldeck, wo er zum Verwaltungsleiter aufstieg. In dieser Zeit bauten die Sandrocks ihr Haus in der Eichwaldsiedlung.

Nachdem der Ehemann 1987 in Rente gegangen war, reiste das Ehepaar mit dem Wohnwagen durch die ganze Welt, besuchte auch Marokko, die Türkei und Venezuela.

Keutschacher See

„Am schönsten war es aber am Keutschacher See, ach, was für Zeiten“, sagt Anna Sandrock wehmütig.

„Ihre Treue ist Annas beste Eigenschaft“, sagt ihr Mann. „Er ist geduldig und strebsam“, erklärt Anna.

Seit sechs Monaten lebt das Ehepaar, das fünf Enkel und zwei Urenkel hat, im Seniorenheim in Heiligenrode.

Gefeiert wird die Gnadenhochzeit im kleinen Kreis. „Ihr sollt es heute einfach ruhig und schön haben“, stellt Tochter Inge klar.

Von Sabine Oschmann

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