Baunataler Diakonie Kassel: Alle behinderten Bewohner dürfen wohnen bleiben

Bekenntnis zu Burguffeln

Dr. Andreas Brachmann

Baunatal / Grebenstein. Ein klares Bekenntnis zum Bestand der Burguffelner Wohnstätten legte die Baunataler Diakonie Kassel (BDK) vor den Grebensteiner Stadtverordneten ab. Alle Bewohner können bleiben, sagte Dr. Andreas Brachmann von der BDK: „Keiner muss weg. Niemand wird zwangsumgesiedelt.“

Brachmann stellte den Kommunalpolitikern das neue Konzept der Wohnstätten vor. Ziel der BDK sei es, an weiteren fünf Orten im Kreis Standorte zu errichten. Dazu gehört das alte Amtsgericht in Wolfhagen. Zugleich sollten Wohnplätze in bestehenden Häusern abgebaut werden.

Bei der BDK geht man davon aus, dass dies ohne größere Probleme geht. Manche Behinderte hätten zum Beispiel den Wunsch, näher an ihrem ursprünglichen Heimatort zu wohnen. „Neue Wohnplätze werden zunächst hausintern ausgeschrieben“, so Brachmann. Bewohner mit Wechselwunsch könnten sich dann melden. Wer in Burguffeln bleiben wolle, dürfe dies aber selbstverständlich. Hier werde kein Druck ausgeübt.

Langfristig sieht das Konzept der BDK vor, das Fräuleinhaus weiter in seiner jetzigen Form zu nutzen und im alten Brauhaus Betreutes Wohnen anzubieten. Die Umwandlung von Einzelzimmern in Wohnungen könne Schritt für Schritt erfolgen – falls die jetzigen Zimmer frei werden. Zeitdruck bestehe keiner. Zu Burguffeln sagte Brachmann, dass die Einrichtung zwar ihren Charme habe, aber dass einige Mängel nicht wegzudiskutieren seien. Die Zimmer im Brauhaus – dort leben 22 Menschen – seien nicht barrierefrei und etwa für Menschen mit Rollator nicht nutzbar. Auch heute übliche Standards wie Nasszellen im Zimmer seien fehlten.

„Für mobile Menschen ist es ein sehr schönes Zuhause“, betonte er, für einen anderen Personenkreis sei es aber nur bedingt geeignet. Langfristig solle in Burguffeln Betreutes Wohnen entstehen, während die Zimmer der Wohnstätten im Fräuleinhaus untergebracht seien.

Sollten Zimmer frei werden, könne man das Betreute Wohnen Stück für Stück einführen. Die Planungen seien noch am Anfang. Das Dezentralisierungsprojekt sei auf zehn Jahre angelegt. Anschließend sollten die Einrichtungen 25 Jahre genutzt werden.

Die Stadtverordneten fassten immer wieder nach. „Die Behinderten gehören zu uns wie die Kirche zum Dorf“, sagte zum Beispiel der Burguffelner SPD-Stadtverordnete Matthias Roth.

„Die Behinderten gehören zu uns wie die Kirche zum Dorf.“

Matthias Roth

Doch mehrfach betonte Brachmann, dass man ausschließlich auf Freiwilligkeit setze. Wer sich nicht sicher sei, könne in einer anderen Einrichtung zunächst zur Probe wohnen. Wenn es ihm nicht gefalle, könne er zurück nach Burguffeln.

Auf Freiwilligkeit setzt die Diakonie auch beim Personal. Auch hier hofft man auf genügend Interessenten, die zu den neuen Standorten wechseln. Welche dies sein werden, ist noch offen – außer Wolfhagen. (mrß) Foto: Rieß KOMMENTAR

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.