Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) will 2012 wieder antreten – Gegenkandidatur offen

Bereit für zweite Runde

Er will Bürgermeister bleiben: Andreas Siebert hat jetzt offiziell bestätigt, dass er bei der Wahl im kommenden Jahr wieder antreten will. Der 40-jährige Verwaltungschef sitzt seit 2006 auf dem Chefsessel im Niestetaler Rathaus. Montage:  Bachmann/HNA

Niestetal. Seine Ankündigung überrascht kaum noch jemanden: Andreas Siebert (SPD), seit Oktober 2006 Bürgermeister von Niestetal, will im kommenden Jahr für eine zweite Amtszeit kandidieren. Das erklärte der 40-Jährige auf HNA-Anfrage.

Dass Siebert nicht einfach „Ich werde kandieren“ sagt, hängt mit der noch ausstehenden offiziellen Nominierung durch die Niestetaler Sozialdemokraten zusammen. Diese ist allerdings nicht mehr als eine Formsache.

Zum Einstand vor fünf Jahren legte Siebert ein beeindruckendes Ergebnis hin: 70,4 Prozent der Wähler entschieden sich für den als bürgernah und zupackend geltenden Familienvater, der 1986 als Verwaltungslehrling im Niestetaler Rathaus begonnen hatte. CDU-Herausforderer Reinhard Roth kam damals nur auf enttäuschende 29,6 Prozent.

Die spannendste Frage für so manchen Niestetaler ist denn auch nicht, ob Siebert gewinnen wird, sondern ob er einen oder mehrere Gegenkandidaten haben wird.

Die Christdemokraten schienen jedenfalls frühzeitig die Segel gestrichen zu haben. Ausgerechnet ihre Jugendorganisation verkündete unlängst die vermeintlich aussichtslose Position der Partei im Rennen um den Chefsessel im Rathaus.

„Die gute finanzielle Lage der Gemeinde und der stetige positive Aufbau von Infrastruktur und Lebensqualität lassen einem Gegenkandidaten kaum Chancen“, konstatierte Matthias Schmelz, Vorsitzender der Jungen Union (JU). Was Schmelz verschwieg, ist die Tatsache, dass sich die CDU bei der letzten Bürgermeisterwahl 2006 selbst geschwächt hatte.

Dem Wahlkampf gegen Siebert vorausgegangen war nämlich ein innerparteiliches Duell zwischen dem späteren Herausforderer Roth und dem CDU-Urgestein Erich Schaumburg, das sich bereits 1994 und 2000 erfolglos um das Amt beworben hatte. Ein drittes Mal will der Landwirt, der seit geraumer Zeit Eigentümer des Gutes Windhausen ist, nicht antreten, sagte er im Gespräch mit der HNA. „Ich schließe es definitiv aus“, so der Chef der neunköpfigen CDU-Fraktion, der auch dem Kreistag angehört und Vorsitzender des Kreisbauernverbandes ist. Allerdings hält Schaumburg nichts davon, gegen Siebert die Waffen zu strecken. „Es wäre gut, wenn einer den Hut in den Ring werfen würde“, wirbt Schaumburg für einen Kandidaten der Christdemokraten. Er verweist darauf, dass es in der Fraktion durchaus Nachwuchskräfte gibt. Einen Namen für einen potenziellen Bürgermeisterkandidaten nennt Schaumburg allerdings nicht.

Auch bei den Grünen, der dritten politischen Kraft im Niestetaler Parlament, steht die Klärung der Kandidatenfrage noch aus. „Wir halten uns alle Optionen offen“, sagt Gemeindevertreter Alois Lorscheider-Brinkmann. Er kündigt eine Entscheidung für den Herbst an. Vor fünf Jahren verzichteten die Grünen auf einen Kandidaten. Archivfotos: nh HINTERGRUND/KOMMENTAR

Von Peter Ketteritzsch

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