Geplanter Ausbau der A44 bei Bergshausen: Verkehrsströme im Raum Kassel werden jetzt untersucht

Bergshäuser Brücke: Neubau entsteht vermutlich an alter Stelle

Lärmprobleme: Auf der Bergshäuser Brücke rauschen die Autos der A44 direkt über die Dächer des Fuldabrücker Ortsteils. Im Zuge der Erweiterung der A44 soll sie abgerissen werden. Anwohner fordern einen Verzicht auf das Bauwerk oder einen Neubau an einer weiter entfernten Stelle. Archivfoto: Nockert

Fuldabrück. Die Wahrscheinlichkeit, dass der geplante Neubau der Bergshäuser Brücke an anderer Stelle realisiert wird als am bestehenden Standort, ist gering. Das zumindest ist die Meinung der Kasseler Verkehrsbehörde Hessen Mobil, die diesbezügliche Erwartungen dämpfen will.

„Wir haben einen Planungsauftrag des Bundes zum sechsspurigen Ausbau der A44 von Kassel-West bis Kassel-Süd“, sagte Projektleiter Ralf Struif der HNA. „Dies sieht eine Liniendiskussion gar nicht vor.“ Ausgangspunkt sei der Ausbau im Bestand. Nur wenn das nicht möglich sei, müssten Alternativen untersucht werden, meint der Planer. „Das zeichnet sich aber nicht ab.“

PDF-Download: Mögliche Varianten der Trasse.

Struif will die Erwartungen dämpfen, die mit der Präsentation von zwei weiteren Brückenplanungsvarianten im April ins Kraut schossen. Die neuen Varianten 4 und 5 sollen Bergshausen vom Autobahnverkehr verschonen. Zugleich wurde auch die Forderung erhoben, die Bergshäuser Brücke abzureißen und auf einen Neubau ganz zu verzichten; der Verkehr, so der Wunsch aus Bergshausen, solle stattdessen über die Kasseler Südtangente A49 geleitet werden.

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Struif hält dies für bloßes Wunschdenken. Die Südtangente könne den zusätzlichen Verkehr der A44 – täglich rund 40 000 Fahrzeuge – gar nicht aufnehmen, meint er. Das Autobahnkreuz Kassel-West müsste massiv ausgebaut werden und würde dann bis an Rengershausen und Oberzwehren heranreichen, so Struif. Außerdem müsste die Südtangente A49 – samt Fuldabrücke – um eine Spur verbreitert werden, auch Lärmschutz für die angrenzenden Stadtteile wäre nötig. Aus Ober- und Niederzwehren kommt bereits Widerstand gegen solche Gedankenspiele.

Schon die Grundannahme solcher Überlegungen sei falsch, meint Planer Struif. Denn man müsse von einem deutlichen Verkehrsanstieg ausgehen. Um belastbare Verkehrszahlen zu bekommen, habe Hessen Mobil jetzt einen Gutachter beauftragt, der die kleinräumigen Verkehrsströme im Raum Kassel genauer abbilden soll. „Der Bedarf ist da“, ist sich Struif sicher. Die Fertigstellung der A44 zwischen Kassel und Eisenach, aber auch der Lückenschluss von A49 und A5 bei Alsfeld werde zusätzlichen Verkehr nach Nordhessen bringen. „Der Wegfall der Bergshäuser Brücke ist keine Alternative“, so lautet das Fazit des Chefplaners.

Mehr zur Bergshäuser Brücke im Regiowiki.

Eine Bürgerbeteiligung gibt es in dieser Frage nicht. Sie ist erst im nachfolgenden Planfeststellungsverfahren vorgesehen. Dies wird eingeleitet, wenn die Entscheidung für eine der vorliegenden fünf Varianten getroffen wurde. „Da sind wir noch lange nicht“, sagt Struif.

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