Restaurierte Ehrentafel wird im Heimatmuseum Espenau in Hohenkirchen gezeigt

Bergung durch das Dach

Akkurate Arbeit: Karl-Heinz Gauler vom Geschichtskreis Vellmar (vorn rechts) hat die Ehrentafel für das Heimatmuseum Espenau in Hohenkirchen restauriert. Museumsleiter Siegfried Lange (von links), Michael Schwarzbach und Martin Präscher vom Zweckverband Kommunale Dienste (ZKD), Bürgermeister Michael Wielert und Walter Resek vom Heimatmuseum helfen beim Aufbau. Fotos:  Wienecke

Espenau/ Vellmar. „Die ist ja wirklich schön geworden“, sagt Martin Präscher vom Bauhof, dem Zweckverband Kommunale Dienste Immenhausen-Espenau (ZKD), als er mit seinem Kollegen Michael Schwarzbach die historische Ehrentafel die Treppe zum Heimatmuseum Espenau in Hohenkirchen hochträgt.

Auf 40 Kilogramm schätzen die Männer die 1,85 mal 2,25 Meter große Holztafel, die Karl-Heinz Gauler vom Geschichtskreis Vellmar für das Hohenkirchener Museum restauriert hat. „Sie wurde damals vom Pfarrer, vom Schullehrer und danach erst vom Bürgermeister unterschrieben“, neckt der Grafiker den Bürgermeister von Espenau. Michael Wielert freut sich mit. „Es ist eine schöne Sache, dass hier so gut mitgedacht und zusammengearbeitet wurde“, sagt er. „Wir wussten nicht, dass die Tafel auf dem Dachboden des Pfarrhauses stand.“

Im Zuge der Neueindeckung des undichten Daches des Pfarrhauses unweit des Museums wurde die Ehrentafel auf dem Dachboden gefunden. Mit der Schriftseite zum Mauerwerk gedreht stand sie dort 44 Jahre lang. Pfarrer Holger Hermann, Bürgermeister Wielert und der Museumsleiter Siegfried Lange waren sich sofort einig, dass die Tafel erhaltenswert sei. Pfarrer Hermann setzte sich dafür ein, sie als Dauerleihgabe der Kirche ins Museum zu geben.

Da das Dach des Pfarrhauses noch abgedeckt war, konnte sie per Kran auf einen Pritschenwagen verladen und zu Karl-Heinz Gauler nach Obervellmar transportiert werden. „Das war viel mehr Arbeit als ich dachte. Ich habe die Tafel mehrfach abgewaschen und die großen Risse ausgebessert“, berichtet er. Um den Untergrund zu schwärzen, musste der 73-Jährige komplett um die Schrift herummalen. Im Anschluss hat er die teilweise nur noch schwer lesbaren Namen wieder hergestellt.

„Solche Ehrentafeln hingen in Kirchen“, weiß der Vorsitzende des Geschichtskreises Vellmar. „Diese hier vom November 1871 führt die 40 Hohenkirchener Teilnehmer des Deutsch-Französischen Krieges 1870/1871 in Frankreich auf.“ Ein absichtlich unbearbeitet gebliebener Name erinnert nun an den Zustand der Tafel vor ihrer Restauration.

Sternchen weisen auf dort ursprünglich angebrachte Orden hin. Zwei der „Krieger“, wie sie auf der Tafel genannt werden, sind gefallen. Ihre Namen sind mit einem Kreuz gekennzeichnet. „Ich würde mich gern einmal mit Nachfahren der auf der Tafel Genannten unterhalten“, sagt Museumsleiter Lange.

Heimatmuseum Espenau in Hohenkirchen, Am Kirchberg 4, jeden ersten Sonntag im Monat von 14.30 bis 17.30 Uhr oder nach Vereinbarung. Kontakt: Siegfried Lange, 05673/7916.

Von Bettina Wienecke

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