Chef von 2000 VW-Mitarbeitern im Vertrieb Originalteile geht in Ruhestand

Das war sein Reich: Bernd Boland auf der Brücke des Warenausgangs im OTC 2. Knapp 20 Jahren arbeitete der 61-Jährige an führenden Stellen im Vertrieb Originalteile von VW in Baunatal. Foto: Jünemann

Baunatal. Fordern und fördern, „denn Leistung wird honoriert“, nach diesem Leitfaden habe er gehandelt: Vor Ort in Baunatal, im Vertrieb Originalteile, von dem sich Bernd Boland (61) nun in den Ruhestand verabschiedet  galt diese Maxime natürlich ebenso.

Fordern und fördern habe sich durch sein ganzes Berufsleben gezogen, sagt Bernd Boland. Für 2000 Mitarbeiter des weltweit größten von 50 VW-Depots war Boland „eine väterliche Figur“, sagt VW-Sprecher Rudi Stassek. Den Stab gibt er nun an Uwe Kapl ab.

Umsatz und andere eindrucksvolle Zahlen – das sei schnell Schnee von gestern, so hat der Altenbaunaer festgestellt. „Sie gucken nur nach vorn“, ergänzt er und meint die Konzernspitze. Mit gutem Personal könne man da Spuren hinterlassen.

Das gelte nicht nur für Führungsebenen, sondern generell. Boland verweist auf den stark gestiegenen Anteil von Fachkräften im Vertrieb Originalteile („ist kein Sanatorium mehr“). Er nennt als Erfolg, dass seine Mannschaft die Bewirtschaftung der OTC 3, 4 und 5 gegen externe Mitbewerber an Land gezogen hat.

Stolz erläutert Boland „das Arbeiten gegen die Uhr“. In der Spitze benötige man nur zwei Stunden Reaktionszeit vom Eingang einer Bestellung bis zum Warenausgang.

Boland hatte bei Hoesch in Kassel Werkzeugmacher gelernt. 1968 fing er bei VW in Baunatal an. Sein Meister damals, Ernst Gümbel, „war prägend“. Er habe damals den Grundsatz des Forderns und Förderns angewendet.

Zehn Jahre in Nigeria

Anfang der 70er-Jahre wechselte Boland in den Ausbildungsbereich, 1978 ging er für VW nach Nigeria, wo die Familie fast ein Jahrzehnt blieb. „Fantastische, wunderschöne zehn Jahre“, sagt Boland, schwärmt von der afrikanischen Kultur und von Reisen, unter anderem dreimal durch die Sahara von Lagos nach Kassel. In dem nigerianischen Werk gab es naturgemäß ebenfalls Herausforderungen, etwa Krisenmanagement bei Streiks, die dort zumeist handgreiflich ausfielen.

1987 kam Boland zurück, ging in die Materialwirtschaft und 1992 in den Vertrieb Originalteile. Dort übernahm er nach und nach mehrere Aufgaben, zuletzt war es ab 2007 die Leitung des Depots.

Pläne für den Ruhestand? „Ich brauche erst mal Langeweile“, sagt der 61-Jährige. Einige Stichworte nennt er dann doch: Spanien-Tour, Motorrad fahren, wandern in Südtirol, das Enkelkind ... Mit der Langeweile wird es nicht so weit her sein.

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