Bundestagsabgeordnete Nicole Maisch gab Jugendlichen Tipps zur politischen Arbeit

Für besseres Schulessen

Britt

Ahnatal. Eigentlich ist die Grünen-Bundestagsabgeordnete Nicole Maisch ins Jugend-Café Klatsch in Weimar gekommen, um mit Schülern über den Politikbetrieb in Berlin zu diskutieren. Denn Maisch hatte den von der Gemeinde Ahnatal organisierten dreitägigen Besuch von 17 Jugendlichen in der Bundeshauptstadt, Bundestagsbesichtigung inklusive, verpasst, weil sie Ende Oktober in ihrem Wahlkreis 168 in Kassel unterwegs war.

Doch schnell wird klar, dass junge Leute schon vor der eigenen Haustür lernen können, wie Politik funktioniert: Wie kann man durchsetzen, dass das Essen in der Ahnatalschule Vellmar besser wird?

Die Schülerin Jenny Breiding erklärt das Problem: Es gebe in der Cafeteria zu häufig Nudeln, das Gemüse sei undefinierbar und schmecke fade. Vegetarische Kost gebe es gar nicht, sagt die 16-Jährige. Das ärgert vor allem ihre Freundin Brit Käkel (15), die auf fleischhaltiges Essen ganz verzichtet. „In der Pause stehen viele Schüler deshalb bei tegut in der Schlange“, berichtet Breiding. Schülervertretung und Lehrer kümmerten sich kaum um das Problem.

Die Bundestagsabgeordnete fühlt sich da an ihre eigene Jugend erinnert. Damals habe sie gegen Knoppers und für Körnerbrötchen in ihrer Schule gekämpft, erzählt die 32-Jährige, die bald zum zweiten Mal Mutter wird. „Sucht Euch Mitstreiter und tretet massiv auf“, empfiehlt sie den Schülern. Das laufe in der großen Politik nicht viel anders. „Das ist ein Machtspiel“, sagt Maisch.

Einen Mitstreiter finden die Ahnataler Schüler bereits während der Diskussion. „Ich habe auch schon von dem Essensproblem gehört“, sagt Bürgermeister Michael Aufenanger. Er wolle sich bei Bedarf mit dem Schulleiter kurzschließen.

Bundestagswahl

Maisch will etwas über das politische Engagement der Jugendlichen erfahren. Wer denn traurig sei, wegen seines Alters nicht bei der Bundestagswahl gewählt haben zu dürfen, fragt sie. Da meldet sich nur Vanessa Löwer. „Ich interessiere mich für Politik. Ich hätte gern schon gewählt“, sagt die 17-Jährige, die später noch wissen will, wie Maisch mit ihrer Rolle als Abgeordnete und Mutter klarkommt.

Michal Hoyer ist der einzige aus der Gruppe, der schon an die Urne gehen konnte. Er habe sich ausführlich über die Programme der Parteien informiert. Trotz Internet sei es nicht leicht, sich einen Überblick zu verschaffen, meint der 18-jährige. Die Parteien machten es jungen Leuten auch nicht leicht, sagte Wolfgang Blenkle, Jugendarbeiter der Gemeinde. In Ahnatal gebe es keine Jugendorganisation, auch nicht der Grünen.

Von Peter Dilling

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