Große Maschinen sind sein Ding

Bester Azubi kommt aus VW-Werk in Baunatal

Hat viel mit Hitze zu tun: Gießereimechaniker Marc Ehrlich arbeitet inzwischen in der Instandhaltung. Er ist deutschlandweit der beste Azubi seines Jahrganges. Foto: Kühling

Baunatal. „Die Arbeit hat mir von vornherein Spaß gemacht. Das ist eine gute Truppe hier“, sagt Marc Ehrlich. Der 20-Jährige aus Kassel-Oberzwehren fühlt sich sichtlich wohl im Bereich der Gießerei des Baunataler VW-Werkes.

Obwohl Ehrlich bester Auszubildender seines Jahrganges in ganz Deutschland war, lässt er keinen Zweifel daran, dass er mit der Übernahme auf eine feste Stelle in seinem Wunschjob gelandet ist. Zumindest aus der aktuellen Sicht.

Drei Jahre dauerte die Ausbildung zum Gießereimechaniker. Marc Ehrlich schloss diese mit der Note 1,2 ab. Am 9. Dezember wird er von der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Berlin für seine besonderen Leistungen ausgezeichnet.

Marc Ehrlich steht bescheiden zwischen den riesigen Werkzeugen, mit denen in Baunatal unter hohem Druck Gehäuse aus Aluminium oder Magnesium beispielsweise für Kupplungen und Getriebe gegossen werden. „Wir reparieren die Maschinen“, erläutert der 20-Jährige, der jetzt offiziell zu dem Bereich Instandhaltung gehört. „Wir sind Dienstleister für die Gießerei“, sagt er. Die großen Maschinen - die seien genau sein Ding.

„Anstrengende Arbeit“

Im Gespräch mit Marc Ehrlich wird deutlich, dass man die Ausbildung bei der Volkswagen Akademie in Baunatal nicht ohne Aufwand schafft. „Es ist eine anstrengende Arbeit, das muss man vorher wissen“, sagt er. Er habe sich begleitend zur Ausbildung für das Thema Gießerei interessiert. „Und zur Abschlussprüfung habe ich mir alles angeguckt, was es zu diesem Thema überhaupt gibt.“ Mit der Übernahme bei VW ist der Wissensdurst des jungen VW-Mitarbeiters keinesfalls erloschen. Er könne sich durchaus vorstellen, den Meister zu machen oder später sogar zu studieren, sagt Ehrlich. „Eventuell gehe ich mal in die Forschung und Entwicklung“, meint er selbstbewusst. „Neue Materialien zu entwickeln, das wäre was für mich.“ Hat Marc Ehrlich an seinem Arbeitsplatz mit auf etwa 700 Grad erhitztem Metall zu tun, ist er in seiner Freizeit eher für die Abkühlung von Hitze zuständig. Der 20-Jährige gehört der Freiwilligen Feuerwehr Oberzwehren an. Darüber hinaus unternehme er in der Freizeit etwas mit seinen Kumpels oder seiner Freundin, berichtet er.

Noch keine Mädchen

Apropos Mädchen: Bei den Gießereimechanikern gibt es bislang nur Männer. Möglicherweise, sagt Ehrlich, schaffe VW ja mal die Voraussetzungen für die Ausbildung von jungen Frauen.

Laut Akademie-Chef Dr. Stefan Kreher gibt es aktuell keine Pläne dafür, die Variante werde aber in regelmäßigen Abständen geprüft.

Von Sven Kühling

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