Nach der Schule zur Nachtschicht

Bester VW-Azubi aus Baunatal ausgezeichnet

Getriebe im Anmarsch: Heiko Knop sorgt unter anderem dafür, dass jedes Automatikgetriebe auf einem Prüfstand getestet wird. Der 23-Jährige aus Kassel ist bester Auszubildender seines Jahrgangs am Standort Baunatal. Fotos: Kühling

Baunatal. Wenn VW-Azubi Heiko Knop die Schulbank in der Max-Eydt-Schule in Kassel um 21 Uhr verlässt, dann hat er nicht immer Feierabend.  In München wurde er als bester Auszubildender des Standortes Baunatal von Vorstandschef Martin Winterkorn ausgezeichnet.

Manchmal schließt sich für Heiko Knop direkt an die Schule die Nachtschicht im VW-Werk an. Die dauert bis 6.30 Uhr in der früh. Dort arbeitet der 23-Jährige inzwischen in seiner Wunschabteilung bei der Instandhaltung Qualitätssicherung Fertigung. Diese Zielstrebigkeit hat Knop schon während seiner kürzlich erst beendeten Ausbildung bewiesen.

Kurz-Clip

Mit einem Prüfungsergebnis von über 98 Prozent und der Note eins schloss der Kasseler seine Ausbildung ab. Doch darüber spricht er gar nicht so gerne. Lieber erklärt er, warum er sich so reingehängt hat während seiner Lehre. „Ich wollte unbedingt in diese Abteilung“, sagt er. „Und natürlich wollte ich auch weiter Geld verdienen.“

Dies Unaufgeregtheit zeigt gleichzeitig den Charakter von Heiko Knop. Der junge Mann aus Kassel ist geradlinig unspektakulär. Und das macht ihn wiederum zu einem echten Typ. Der Satz „Ich mach’s, weil es mir was bringt“ wirkt keinewegs unsymphatisch.

Hand am Knopf: Heiko Knop muss sich am Prüfstand mit komplizierten technischen Vorgängen auskennen.

Schon während der Schulzeit habe er Praktika bei Maschinenbaubetrieben absolviert, berichtet der 23-Jährige, der seit gut einem Jahr verheiratet ist. Interesse, das sich auszahlt. Schließlich bedient und repariert er jetzt 800.000 Euro teure Prüfstände, die die Automatikgetriebe für VW, Audi und Porsche auf Herz und Nieren testen.

Komplexe technische Abläufe muss der junge Mitarbeiter erfassen. Drei Elektromotoren simulieren in den teuren Testständen die Belastungen, wie sie später im Auto auftreten. „Alle Funktionen eines Getriebes werden durchgespielt“, sagt Knop. Jedes Getriebe werde vor dem Einbau getestet. Das müsse schon aus Gründen der Sicherheit so sein.

Obwohl Heiko Knop ein Top-Ausbildungszeugnis in der Tasche hat und sowieso die Hochschulreife besitzt, bleibt er ganz bewusst auf dem Teppich. Studieren - das sei für ihn kein Thema, sagt er und äußert sich zufrieden über das, was er bisher bei VW erreicht hat. „Ich könnte mir vorstellen, dass ich 40 Jahre hier bleibe.“

Von Sven Kühling

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