Documenta: Kommunen im Landkreis erwarten keinen großen Effekt

Lange Schlange am Museum Fridericianum: Viele Besucher drängten sich bei der documenta 12 an den Ausstellungsorten. Ihr Geld ließen sie jedoch hauptsächlich in Kassel, weniger im Umland. Archivfoto: Koch

Kreis kassel. Im Juni öffnet die documenta in Kassel zum 13. Mal ihre Pforten. Während der vergangenen Ausstellung im Jahr 2007 besuchten 750 000 Menschen die Kunstschau. Voraussichtlich 100 Millionen Euro lassen die Besucher in diesem Jahr während der 100-tägigen Ausstellung in Kassel.

Das errechneten Wissenschaftler der Universität Kassel. Viele Hotels in der Stadt seien bereits Monate im Voraus ausgebucht, sagt dazu Ute Schulte von der Nordhessen Touristik.

Außerhalb der Stadtgrenzen sind die Erwartungen an die documenta eher gedämpft. Die Masse der Besucher übernachtet laut Statistiken der documenta in Unterkünften in der Stadt Kassel. Nur 18 Prozent der Gäste suchen sich ein Quartier im Umland - in einem Radius von 60 Kilometern. Das ergibt sich aus den Hochrechnungen der documenta für das Jahr 2007. Trotzdem halten sich auch diese Gäste überwiegend in der Stadt Kassel auf, weiß Ute Schulte.

Deshalb zahlt sich die weltberühmte Kunstschau für die Kommunen und das Gewerbe im Altkreis nur vereinzelt aus. Zuwächse registriert man zum Beispiel beim Waldhotel Schäferberg in Espenau. „Bei uns ist während der documenta eine deutliche Steigerung der Belegung zu vermerken“, sagt Geschäftsführer Helmut Wenzel. Denn das Waldhotel hat viele Stammgäste, die dann auch zur Kunstschau kommen. Auch in Kaufungen steigt während der documenta laut Verwaltungsmitarbeiter Thomas Rehbein die Auslastung der Hotelbetriebe um mehr als 40 Prozent.

Dann gibt es Städte wie Vellmar, die zwar im Speckgürtel von Kassel liegen, aber einfach nicht die Infrastruktur haben, um viele Besucher unterbringen zu können. Vellmar habe deswegen trotz der Nähe zur documenta-Stadt nicht von der vergangenen Ausstellung profitiert, erklärte Astrid Kneuer, Presse- und Öffentlichkeitsbeauftragte der Stadt.

Schließlich gibt es Kommunen, deren Unterkünfte das ganze Jahr über gut ausgelastet sind, wodurch fehlende documenta-Gäste nicht so sehr ins Gewicht fallen. Das gilt zum Beispiel für Unterkünfte, die im Einzugsbereich großer Firmen wie SMA in Niestetal oder VW in Baunatal liegen. „Viele Geschäftsleute nutzen unsere Hotels das ganze Jahr über“, bestätigt Niestetals Pressesprecher Dennis Bachmann. Auch Baunatals Hotels seien weitgehend ausgelastet, erklärt Verkehrsvereins-Vorsitzender Herbert Jäger. „Gäste der documenta sind aber jederzeit herzlich willkommen“, sagt er im Hinblick auf die Kunstschau.

Der Hauptgrund, warum die Region weniger von der documenta profitiere als die Stadt Kassel, liege darin begründet, dass die Besucher allein auf die documenta konzentriert seien. Deshalb spielten andere Kulturangebote, die während der Kunstschau vorhanden seien, laut Kreispressesprecher Harald Kühlborn oft nur eine untergeordnete Rolle.

Von Sina Hühne

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