Hubsteiger ließ sich bei Fest in Kaufungen nicht mehr bewegen – Ursache vermutlich Überladung

Angst beim Fest: Besucher hingen in 20 Metern Höhe fest

In luftiger Höhe: Vom Hubsteiger der Firma Lindig in der Papierfabrik bot sich am Wochenende ein toller Blick über Kaufungen. Am Sonntagnachmittag jedoch blieb die Arbeitsplattform in 20 Meter Höhe stehen. Über eine halbe Stunde mussten die Menschen in luftiger Höhe ausharren, bis die Feuerwehr mit der großen Drehleiter anrückte. Unser Foto vom Samstag zeigt nicht die betroffenen Besucher. Foto: Dilling

Kaufungen. Es war eine der Attraktionen des Stehenden Festzugs am Wochenende in Kaufungen-Papierfabrik: die Fahrt mit einem Hubsteiger der Firma Lindig bis in 45 Meter Höhe. Bei strahlendem Sonnenschein bot sich ein herrlicher Rundumblick über Kaufungen.

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Fernblick aus 45 Metern Höhe

Doch am Sonntagnachmittag gab es plötzlich ein Problem: Gegen 15.35 Uhr blieb die mit Besuchern voll besetzte Hebebühne in 20 Meter Höhe stehen. Die Plattform ließ sich nicht mehr bewegen, eine halbe Stunde mussten die Gäste laut Gemeindebrandinspektor Mattias Böttger in luftiger Höhe ausharren.

Angst bei Fest: Besucher hingen in 20 Metern Höhe fest

Der Vater eines neunjährigen Mädchens, das ebenfalls auf der schwankenden Plattform war und sich ängstigte, alarmierte schließlich die Feuerwehr. Die rückte mit der 30 Meter langen Drehleiter an. Die Leiter wurde ausgefahren, in 20 Meter Höhe holten die Feuerwehrleute das Mädchen aus dem Korb und brachten es nach unten.

Auch der Hubsteiger ließ sich jetzt wieder steuern, er konnte heruntergefahren werden. Die Ursache des Problems war vermutlich eine defekte Sicherheitssperre an dem Hubsteiger. Sie soll dafür sorgen, dass bei Überladung des Fahrgastkorbs der Hubsteiger außer Betrieb gesetzt wird. Der Kaufunger Ordnungsamtsleiter Burkhard Wassel untersagte den weiteren Betrieb des Hubsteigers für den Sonntag.

„Eine reine Vorsichtsmaßnahme“, sagte Bürgermeister Arnim Roß (SPD), „weil die Ursache des Problems geklärt werden musste.“ Das Kaufunger Ordnungsamt war für die Genehmigung der Veranstaltung zuständig. Man sei davon ausgegangen, dass die Firma ihren Hubsteiger mit geschultem Personal und entsprechend den Sicherheitsbestimmungen betreiben werde, sagte Wassel der HNA. Der Gemeindebrandinspektor kritisierte, „dass keiner im Korb gesichert“ gewesen sei, so wie es eigentlich vorgeschrieben sei.

„Eine reine Vorsichtsmaßnahme“, sagte Bürgermeister Arnim Roß (SPD), „weil die Ursache des Problems geklärt werden musste“. Das Kaufunger Ordnungsamt war für die Genehmigung der Veranstaltung zuständig. Man sei davon ausgegangen, dass die Firma ihren Hubsteiger mit geschultem Personal und entsprechend den Sicherheitsbestimmungen betreiben werde, sagte Wassel der HNA.

„Wir bedauern es außerordentlich, dass einige Personen, darunter eine Mutter mit ihrem Kind, circa 20 Minuten im Korb verbringen mussten“, sagte Sven Lindig, Geschäftsführer der gleichnamigen Firma, auf Nachfrage der HNA. Es habe aber keine Gefährdung von Menschen gegeben, der Bediener mit 20 Jahre Berufserfahrung habe per Handy mit dem Bodenpersonal Hilfsmaßnahmen eingeleitet. 

Das Gerät (Baujahr 2009) werde nach jedem Vermiet-Einsatz geprüft, Lindig sei Qualitätssieger im deutschlandweiten Vermieter-Verbund. „Alle Unfallverhütungsvorschriften wurden auch bei diesem Einsatz eingehalten“, so Lindig weiter. „Eine gesetzliche Verpflichtung zum Tragen von Sicherungsgeschirr besteht nicht.“

Die Ursache der Störung sei noch unklar, so Lindig. Die Tragkraft von 700 Kilogramm sei durch die sechs Personen plus Kind nicht erreicht worden. Warum der Überlastungssensor trotzdem angesprochen habe, das wolle man nun vom Hersteller wissen.

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