Interview: Kuratorin Reta Reinl über das am Sonntag beendete Windkunstfestival in der Söhre und in Kassel

„Besucher waren allesamt begeistert“

Freischaffende Künstlerin: Reta Reinl, Kuratorin des Windkunstfestivals. Foto: Uminski

Söhrewald/ Kassel. Die 7. „bewegter wind“-Ausstellung ist seit Sonntag zu Ende. Vor zehn Jahren startete das erste Windkunstfestival in der Edersee-Region. Seitdem finden die Ausstellungen alle zwei Jahre an wechselnden Orten statt, diesmal in und um Kassel. Wir sprachen mit der Kuratorin Reta Reinl über die Ausstellung, die unter dem Motto „between“ stand.

Frau Reinl, wie war die Resonanz der Besucher?

Reta Reinl: Super. Die Besucher waren allesamt begeistert. Sie haben das Bewegte der Windkunst in der Landschaft, in Situationen erlebt und dann darauf reagiert. Wind und Wetter zeigten sich in seiner Bandbreite. Ein Besucher sagte, dass man niemals so dramatische Fotos hätte machen können. Ebenfalls bemerkenswert war, wie viele unterschiedliche Bevölkerungsgruppen in der Ausstellung über Kunst ins Gespräch kamen.

Welche Rolle spielte beim diesjährigen Windparkfestival die Nähe zu Kassel?

Reinl: Wir wählen bewusst Landschaften, Windparks und versteckte Orte aus. Das Publikum war offener für Kunst und im Nachfragen nach Idee und Sinn. Da merkt man einen Unterschied. Ich hatte mehr Angst vor Vandalismus und bin wirklich erfreut. Nur gestern wurden ein paar von den Bechern der Klanginstallation abgeschnitten, aber ansonsten ist nichts passiert, das heißt, da ist auch eine Akzeptanz in Teilen der Bevölkerung, bei denen man nicht erwartet, dass sie kunstaffin sind.

Wie haben die Besucher die zwei unterschiedlichen Standorte aufgenommen?

Reinl: Mir ist aufgefallen, dass gerade die Kasseler, die Städter, sich schlechter orientieren können als die Landbevölkerung. Wir beschildern eigentlich ganz gut. Und es waren dieses Mal nur acht Kilometer zwischen den beiden Standorten. Vielleicht machen wir die Ausstellung auch mal nur an einem Ort. Allerdings hänge ich an der Idee, dass man die verschiedenen Landschaften zeigt.

Welche Rolle hat die Witterung bei dem Windparkfestival gespielt?

Reinl: Wir hatten Sturm bei der Eröffnung und zwischendrin immer wieder mal schöne Momente. In der Aufbauwoche hatten wir einen Sonnenbrand. Ja, das Wetter hat eine Rolle gespielt.

Es wäre nochmals anders gewesen, wenn wir besseres Wetter gehabt hätten. Aber so war das Gucken differenzierter. Vielleicht haben die Leute so mehr wahrgenommen.

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Von Johanna Uminski

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