Eltern diskutierten über Gefahren und Regeln

Internetsurfen: Aufklären statt verbieten

Baunatal. Die meisten Schüler verfügen heute über internetfähige mobile Geräte, moderne Handys oder Smartphones, die sie benutzen, um sich mit Gleichaltrigen und Klassenkameraden nach der Schule im weltweiten Netz auszutauschen.

Doch vielen ist dabei nicht klar, dass sie mit der Anmeldung bei Facebook und weiteren Anbietern sozialer Plattformen häufig ihre Privatsphäre aufgeben und Intimes von sich wie auf einem Marktplatz preisgeben.

Der intelligente und angemessene Umgang mit Smartphones und Computern ist in vielen Familien ein ständiges Thema. Das wurde vorgestern während eines Diskussionsabends mit Eltern und Lehrern in der Theodor-Heuss-Schule deutlich, den die Schulsozialarbeit mit der Eltern-AG der THS und dem Baunataler Jugendbildungswerk organisiert hatte.

Intensive Gespräche

Der Tenor war dabei: Aufklären und intensive Gespräche führen, ist in der Regel besser, als das Surfen auf einschlägigen sozialen Plattformen einfach den Kindern zu verbieten. Es gibt aber auch Eltern, die rigoroser verfahren. Er kaufe seinem Sohn kein modernes Mobilgerät, er schränke die Kosten für das Surfen stark ein und verweise ihn auf sein Taschengeld, sagte ein Vater, der nicht genannt werden wollte.

Schulsozialarbeiter Achim Föth erklärte den Eltern die Gefahren, die auf einschlägigen Plattformen wie „ask.fm“ auf die Kinder lauern. „Ask.fm ist momentan der Hit bei jungen Menschen“, sagte er. Dort könne man sich anonym austauschen. Schüler wurden dort mit schlüpfrigen Themen und auch Mobbing konfrontiert. Zusatzprogramme wie „Whats app“ schafften häufig eher Probleme, als dass Schüler Meinungsverschiedenheiten dort untereinander klären könnten. Eltern sollten Überzeugungsarbeit bei ihren Kindern leisten, empfahl der Medienpädagoge Thomas Gudella vom Baunataler Jugendbildungswerk, vor allem wenn es um den Schutz der Privatsphäre gehe. Keinem Plattform-Anbieter sollte der Zugriff auf den elektronischen Briefkasten oder die Handynummer erlaubt werden. Gegen Virenprogramme müsse man sich nicht nur auf dem Computer, sondern auch auf dem Smartphone schützen.

Was stelle ich ins Netz, was lasse ich lieber? Diese Frage muss immer neu beantwortet werden. Es sei nur sehr schwer möglich, Dinge, die einmal durch die Welt des Internets geistern, wieder löschen zu lassen, sagte Gudella.

Von Peter Dilling

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