Mitarbeiter fahren zum Edersee

Baunataler Rathaus geschlossen - Grund: Betriebsausflug

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Geschlossen: Wegen eines Betriebsausfluges ist das Baunataler Rathaus am 19. August dicht. Lediglich die Information am Eingang ist für Besucher besetzt.

Baunatal. Wer am Montag, 19. August, einen Behördengang plant, der wird im Rathaus Baunatal vor verschlossenen Türen stehen. Lediglich die Information am Eingang des Rathauses ist als Notdienst in der Zeit von 8 bis 18 Uhr besetzt. Grund: Die Mitarbeiter machen einen Betriebsausflug zum Edersee.

Pressesprecher Thomas Briefs sieht darin kein Problem. Immerhin seien nur 230 von insgesamt 450 Personen des öffentlichen Dienstes zum Ausflug angemeldet.

Wer glaubt, es handele sich um eine illustre Fahrt ins Grüne, irrt. Nach Auskunft von Briefs dient die Fahrt der Gesundheitsförderung. Vor Ort sollen die Mitarbeiter sportlich aktiv werden. Gleichzeitig werde durch den Ausflug das Betriebsklima verbessert. „Die Teilnahme ist freiwillig“, sagt Briefs. Wer nicht mitfahre, müsse arbeiten. Auch die Stadtwerke sind nur für Notfälle von 8.30 bis 12 Uhr und von 14 bis 15.30 Uhr telefonisch (0561/49920) erreichbar.

Kindergärten geschlossen

Die Kindergärten bleiben hingegen komplett geschlossen. Dafür habe die Stadt jedoch keine erweiterte Schließung vornehmen müssen, sondern den mit dem Elternbeirat vereinbarten Schließtag für betriebliche Zwecke verwendet, so Briefs. 

Ein wenig Selbstkritik schwingt jedoch mit. „Ein Rathaus in der Größe Baunatals zu schließen, ist problematisch“, so Briefs. Allerdings fänden bereits sämtliche Fortbildungen abends statt. Auch dass sich die Betriebssportgruppe außerhalb der Arbeitszeit treffe, kann als Rechtfertigungsversuch für den Betriebsausflug an einem Arbeitstag verstanden werden.

Eine verbindliche Regelung zu Betriebsausflügen bei Behörden gibt es aufgrund der kommunalen Selbstverwaltung nicht, sagt Michael Conrad. Der Sprecher des Regierungspräsidiums Kassel meint, dass auch Bürger von solchen Ausflügen profitieren. „Gerade bei großen Behörden verbessert eine gemeinsame Erinnerung die innerbetriebliche Kommunikation.“

Für die Kosten kämen die Mitarbeiter auf. Da die Notdienste gewährleistet seien, halte sich der Interessenkonflikt in Grenzen. Schließlich handele es sich um ein Rathaus und nicht um ein Krankenhaus, sagt Briefs.

Von Diana Surina

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