73-Jährige aus Baunatal wurde dreimal von vermeintlicher Rechtsanwältin wegen eines Gewinns angerufen

Betrüger locken mit Geld und Luxusauto

Ungebetene Anrufer: Vor allem in Baunatal wurden jüngst Senioren von einer vermeintlichen Rechtsanwältin behelligt. Vermutlich handelt es sich um Betrug. Foto: dpa

Baunatal. Ein teures Auto, BMW oder Mercedes, oder 45 000 Euro – das sollte sich Margret Imhof aussuchen. Sie habe bei einem Gewinnspiel der Zeitschrift Geo gewonnen. Das jedenfalls habe die freundliche Stimme einer vermeintlichen Rechtsanwältin mit dem Namen Petra Bach am Telefon versprochen. Die 73-jährige Baunatalerin schildert so einen Anruf, der offensichtlich derzeit häufiger gerade bei älteren Menschen in Baunatal eingeht.

Dabei handelt es sich wohl um eine Betrügerbande. Davon geht jedenfalls Polizeisprecherin Sabine Knöll aus. „Die lassen sich immer neue Maschen einfallen“, sagt sie.

Die Anruferin habe sie aufgefordert, berichtet Imhof weiter, einen Anwalt Dr. Kaufmann in der Türkei anzurufen. Dort werde sie erfahren, wie sie an ihren Gewinn komme. Die Seniorin ging allerdings nicht darauf ein.

Dennoch: Noch zweimal danach sei sie von der angeblichen Rechtsanwältin Petra Bach angerufen worden, erzählt Imhof. Sie habe dieser dann gesagt, dass die die Polizei eingeschaltet habe, dann habe sie aufgelegt.

Aus dem Bericht eines Fernsehmagazins wisse sie inzwischen, sagt Imhof, dass die angeblichen Gewinner mehrere Tausend Euro für die Überführung und Steuern des Autos auf ein Konto in Istanbul überweisen sollten. Imhof vermutet, dass nicht so kritische ältere Menschen auf diese Weise um ihr Geld gebracht werden.

Die Polizei warnt grundsätzlich vor solchen Machenschaften. „Man sollte keine Gebühren vorab bezahlen“, sagt Sprecherin Sabine Knöll. Und: „Auf solche Zahlungen sollte sich niemand einlassen.“ Dass es sich um Betrug handele, liege auf der Hand. „Heutzutage hat keiner etwas zu verschenken.“

Bei der Zeitschrift GEO in Hamburg weiß man jedenfalls nichts von einem Gewinnspiel. Gerd Brüne, Verlagsleiter GEO: „Eine solche Aktion im Namen von GEO ist uns nicht bekannt und auch nicht in unserem Sinne.“

„Es gibt jedoch bekanntlich Drittfirmen, die im eigenen Namen und auf eigene Rechnung arbeiten und Zeitungs- und Zeitschriftenabonnements akquirieren“, sagt Brüne. „Sollten dabei unseriöse Methoden zur Anwendung kommen, ist es auch in unserem Interesse, solche Aktivitäten zu unterbinden.“

Von Sven Kühling

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