Wegfall der B 7 bei Oberkaufungen

Parallel verlaufende Autobahn und Bundesstraße moniert 

Soll wegfallen: Die Bundesstraße 7 bei Oberkaufungen wird laut den Plänen von Hessen Mobil renaturiert. Archivfoto:  Herzog

Kaufungen/Helsa. Seit durch die HNA im Oktober 2012 bekannt wurde, dass die Bundesstraße 7 bei Oberkaufungen im Zuge des Neubaus der Autobahn 44 verschwinden soll, schießen die Spekulationen über die möglichen Motive für die neue Planungsvariante von Hessen Mobil ins Kraut.

Der Grund: Die Planungsbehörde hüllt sich in Schweigen, verweist auf das Bundesverkehrsministerium, wo die Pläne seit vergangenem Jahr zur Genehmigung liegen. Dass die Autobahntrasse östlich der Kunstmühle praktisch auf der heutigen B 7 verlaufen und der Rest renaturiert werden soll, hängt nach Einschätzung von Insidern möglicherweise mit der seit Jahren geäußerten Kritik des Bundesrechnungshofs (BRH) an parallel verlaufenden Autobahnen und Bundesstraßen zusammen.

Dieter Engels

Im jüngsten Jahresbericht der Kontrollbehörde hatte deren Präsident Dieter Engels moniert, dass die Länder Autobahnen und Bundesstraßen bauen und pflegen, das Geld dafür aber vom Bund kommt. Dieses System lade „geradezu zu Großzügigkeit ein“, sagte Engels. Bereits 1986 hatte der Rechnungshof die Notwendigkeit von 3500 Kilometern Bundesstraße neben Autobahnen angezweifelt und deren Umwandlung in Landesstraßen gefordert.

1995 hatte der Bund ein Konzept vorgelegt, dass die Abstufung zahlreicher Bundesstraßen vorsieht.

Im Fall der Bundesstraße 7 hatte es 2011 eine Debatte über die Abstufung der Ost-West-Verbindung gegeben: Hessen Mobil wollte die B 7 zur Gemeindestraße degradieren und in die Obhut von Kaufungen geben. Die Gemeinde lehnte dies mit dem Hinweis auf die dann von ihr zu tragenden Kosten ab. Landrat Uwe Schmidt (SPD) hatte daraufhin vorgeschlagen, die B7 zurückzubauen, aber in der Regie des Bundes zu belassen. Die Kosten für den Unterhalt blieben bei dieser Variante allerdings beim Bund.

In Kaufungen und Helsa fürchtet man seit Bekanntwerden der Pläne, dass es während des Baus der A 44 im Lossetal sowie später bei Unfällen und Bauarbeiten zu einem Verkehrschaos in den Orten kommt, wenn die B 7 als Umleitungsstrecke nicht zur Verfügung steht.

Von Peter Ketteritzsch

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