KSV Baunatal: Immer mehr Kindern fehlt es an Kraft und Gelenkigkeit

Bewegung macht stark

Er hat Kraft in den Armen: André (9, Mitte) und weitere Mitglieder der Parkour-Nachwuchsgruppe des KSV Baunatal zeigten dem Publikum, wie viel Spaß diese von Sprung- und Kletterelementen lebende Transportart macht. Fotos:  Dilling

Baunatal. Alina Hammerschmidt legt sich vor einem gepolsterten Kasten auf den Rücken, nimmt zwei Stöcke in die Hand, richtet ihren Oberkörper freihändig auf und trommelt kräftig auf den Kasten. „Gut gemacht“, sagt Christiane Kloppmann, Trainerin beim KSV Baunatal.

Längst nicht alle Kinder bewältigten beim Kindergesundheitstag des größten Vereins der Region gestern diese Übung, die die Kraft der Bauchmuskeln testet, so souverän wie die siebenjährige Alina. Die Schülerin hat eine Mutter, die ihren Bewegungsdrang unterstützt. „Sport ist in diesem Alter wichtig“, sagt Sabine Hammerschmidt.

Das meint auch Christoph Klein, Sportwissenschaftler und jahrelang Leiter der KSV-Kindersportschule. Einer wachsenden Zahl von Kindern, die in die Anfängerkurse des Vereins kommen, mangele es an den grundlegenden Bewegungsfertigkeiten, beispielsweise das Balancieren auf einem Bein. „Vielen fehlt es an Ausdauer und Kraft. Bei Ballspielen sind sie dann schnell erschöpft“, sagt Klein. Zudem trügen einige Kinder zu viele Pfunde mit sich herum.

Klein, Leiter des Sportstudios des KSV Baunatal, sieht die Gründe in einem veränderten Freizeitverhalten von Kindern. Der im Zeichen der Ganztagsbetreuung an Schulen ohnehin schwindende Freiraum werde häufig dazu genutzt, um vor dem Computer zu sitzen. Für das Spielen draußen bleibe zu wenig Zeit. Hinzu komme, dass Eltern oft auch kein Vorbild seien und sich selbst zu wenig bewegten.

Hinzu komme, dass einige Kinder nicht wüssten, wie man sich gesund ernährt. Daher sei auch dieses Thema präsent beim Kindergesundheitstag. Ein Reformhaus klärte auf dem Gelände der KSV- Sportwelt über den Zuckergehalt gängiger Lebensmittel auf.

Der KSV Baunatal vermittelt laut Klein momentan etwa 400 Kindern im Alter von einem bis zehn Jahren den Spaß an der Bewegung. Ideal seien dafür Schwimmen und Turnen, Klettern sei auch ein wichtiges Element, um die Motorik zu schulen. Zulauf erhalte der Verein ferner von Kindern, deren Eltern vom Kindergarten oder vom Kinderarzt auf ein Bewegungsproblem hingewiesen worden seien, berichtet Klein. Erfreulicherweise entschlössen sich dann oft die Eltern auch, etwas für ihre Fitness zu tun.

An vielen Stationen lernten die Besucher des Gesundheitstages, auf welch unterschiedliche Weise man etwas für den Körper tun kann. Das muss nicht gleich die Reckstange sein, es reicht schon ein Federballspiel.

Von Peter Dilling

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