Neuer Kreisbrandinspektor:  Bewerber will sich in Amt klagen

Flammenmeer: Ein Großbrand legte im Mai 2009 das frühere Sägewerk Riffer in Kaufungen in Schutt und Asche. Bei Großeinsätzen wie diesem ist immer auch der Kreisbrandinspektor koordinierend eingebunden. Archivfoto: Pfaff/nh

Kreis Kassel. Als im vergangenen Herbst der hauptamtliche Kreisbrandinspektor Claus Stuhlmann (Lohfelden) aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegte, sah es nach einer schnellen Wiederbesetzung der Stelle aus. Doch weit gefehlt.

Grund ist die Konkurrentenklage eines unterlegenen Mitbewerbers. Bis zur gerichtlichen Entscheidung, die noch aussteht, kann die Stelle nicht besetzt werden.

„Wir sind nicht glücklich über diese Situation“, sagte Kreissprecher Harald Kühlborn der HNA, „wir hätten die Stelle längst besetzen wollen.“ Der Kreisbrandinspektor sei ein wichtiges Bindeglied der Kreisverwaltung zu den freiwilligen Feuerwehren. Glücklicherweise habe es im vergangenen halben Jahr keinen Großbrand und auch kein Hochwasser gegeben.

Seit einem halben Jahr nimmt Stellvertreter Thomas Swoboda (Wolfhagen) die Position ehrenamtlich neben seiner beruflichen Tätigkeit wahr.

Sebastian Mazassek

Nach dem Votum des Kreisausschusses und der freiwilligen Feuerwehren im Landkreis soll Sebastian Mazassek, Stadtbrandinspektor in Hofgeismar, der neue Kreisbrandinspektor werden. Mazassek ist im Kreishaus in Kassel beschäftigt. Er sehe der Klage seines Konkurrenten vor dem Verwaltungsgericht gelassen entgegen, sagte er der HNA.

13 Bewerber hatten nach der Ausschreibung im Oktober 2011 ihr Interesse an der unbefristeten A12-Stelle bekundet (die Dotierung entspricht der Bezahlung eines Grundschullehrers). Fünf Kandidaten kamen in die engere Wahl, einer davon zog zurück. Die vier Verbleibenden stellten sich vor dem Auswahlgremium persönlich vor, am Ende blieben zwei Kandidaten übrig. Nach einer Empfehlung für Mazassek zog der Unterlegene zurück. Wunschkandidat Mazassek stellte sich in der großen Runde aus Kreisspitze und den Leitern aller freiwilligen Feuerwehren im Landkreis vor. Ergebnis war die Empfehlung, diesen Bewerber einzustellen.

Kreisausschuss sagt Ja

Doch dann traf am 23. Dezember das Fax eines Bewerbers aus Fulda ein, der bereits in der Vorrunde ausgeschieden war. Nach Informationen der HNA handelt es sich um Dr. Björn Steisel. Er erwirkte vor dem Verwaltungsgericht eine einstweilige Verfügung auf Einbeziehung in das Auswahlverfahren. Der Kreis öffnete das Verfahren daraufhin noch einmal, die beiden Kandidaten stellten sich in der großen Runde vor. Wieder fiel das Votum für den Wunschkandidaten aus. Darauf sprach sich der Kreisausschuss für Mazassek aus.

Thomas Swoboda

Der Unterlegene legte eine weitere einstweilige Anordnung nach, diesmal gegen die getroffene Personalentscheidung. Mit der gerichtlichen Entscheidung wird nach Ostern gerechnet. Dann schließt sich noch das Verfahren in der Hauptsache an.

Doch so lange will man im Kreishaus nicht warten: „Wenn die Anordnung in unserem Sinne entschieden wird, dann werden wir die Stelle besetzen“, sagte Kühlborn.

Von Holger Schindler

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