Mieter im Hotel „Zur Post“ untergebracht

Nach Brand in Lohfelden: Bewohner unter Schock

Lohfelden. Es war kurz nach 17.30 Uhr, als Renate Bulla am frühen Samstagabend baden wollte. „Dann habe ich plötzlich einen Knall gehört und bin zurück ins Wohnzimmer gelaufen“, erzählt die Frau, die mit ihrer Familie im ersten Stock des Mehrfamilienhauses an der Hauptstraße in Lohfelden lebt.

„Da waren unsere Fensterscheiben schon alle zerplatzt.“ In bequemer Hauskleidung und Schlappen flüchteten Renate Bulla und ihr Mann Alois auf den Balkon.

„Ich habe noch die Feuerwehr angerufen“, sagt Alois Bulla. Sein tragbares Telefon hat er noch in der Sporthose. Von oben habe noch eine ältere Nachbarin gerufen: „Helfen Sie uns“, erzählen die Bullas. Alle drei wurden mithilfe der Feuerwehr aus dem Mehrfamilienhaus, in dem 13 Menschen leben, gerettet.

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Der Schock ist den Bullas am Samstagabend noch eineinhalb Stunden später ins Gesicht geschrieben. Sie schauen zu, wie 60 Feuerwehrleute gegen die Flammen in den beiden Geschäften vor dem Mehrfamilienhaus kämpfen. Renate Bulla hat eine Decke um die Schultern gehängt. Tochter Katharina war an der Arbeit, als das Feuer ausbrach. Die 33-Jährige fällt ihren Eltern um den Hals, als sie diese auf dem Bürgersteig stehen sieht. Tränen fließen. Katharina weiß zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass das Hab und Gut der Familie in der Wohnung nicht verbrannt, sondern nur verraucht ist. Klaus Steffek, Lohfeldens stellvertretender Bürgermeister, kümmert sich um die Bewohner, die vorerst nicht in ihre verqualmten Wohnungen zurückkehren können. Wer in der Nacht nicht bei Verwandten oder Freunden unterkommen kann, bekomme ein Zimmer im Hotel „Zur Post“. Das habe er alles mit Inhaber Hans-Jürgen Fehr bereits besprochen, sagt Steffek.

Wie es zu dem Brand in dem Keller des Mehrfamilienhauses kommen könnte, darüber können die Schaulustigen, die sich hinter den Absperrungen der Polizei aufhalten, nur spekulieren. Es ist von Reifen und Holzpaletten die Rede, die im Keller gelagert worden seien.

Bilder: Der Tag danach

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Bilder: Der Einsatz der Feuerwehr in Lohfelden

Großeinsatz in Lohfelden nach Explosion

Franz Wagner, Briefträger in Lohfelden, hat alles nach Feierabend von einer gegenüberliegenden Gaststätte aus beobachtet. Gegen 17.35 Uhr habe er gesehen, wie ganz leicht Rauch aufgestiegen sei. Plötzlich habe eine ältere Frau auf dem Balkon gestanden. Zum Glück sei die Feuerwehr aber „ruck, zuck vor Ort“ gewesen, sagt Wagner.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Rubriklistenbild: © Koch

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