Ein Bier aus Baunatal: „Wir haben uns dem Geschmack der Nordhessen angepasst"

Anschaulich: Der ausgebildete Bierbotschafter Hartmut Neumann (Mitte) zeigt den Mitgliedern des Männertreffs der Heilig Geist Kirche Vellmar bei der Führung durch die Baunataler Hütt-Brauerei verschiedene Malzsorten. Fotos: Schippers

Baunatal. Der Geruch von Malz steigt einem in die Nase, schon bevor man die Brauerei Knallhütte betritt. Hartmut Neumann läuft mit 21 Herren vom Männertreff der Heilig Geist Kirche Vellmar über das Gelände der Baunataler Brauerei. Wir waren dabei und haben uns angeschaut, wie Bier in Baunatal hergestellt wird.

Durch den Nieselregen geht es zum Raum mit den Maische-Bottichen. Drinnen ist es mollig warm, denn in den zwei Kesseln wird die Maische, also das Gemisch aus Malz und Wasser, auf etwa 70 Grad erwärmt. 16.000 Liter fasst jedes dieser Gefäße.

„Wir haben uns dem Geschmack der Nordhessen angepasst. Hier mag man gern herbes Bier“, erklärt Neumann. Der 56-Jährige lebt in Kassel und ist im Hauptberuf Steuerberater. Die Führungen in der Brauerei macht er „just for fun“.

Über 100 Sorten Malz gibt es, so der ausgebildete Bierbotschafter. Einige kann er seinen Zuhörern in einem Glaskasten zeigen. Dann erklärt er, wie das Getreide in der Mälzerei geröstet und anschließend in der Brauerei weiterverarbeitet wird. Den gesamten Prozess des Bierbrauens tragen die Besucher als Abbildung auf einem Bierglas mit sich herum. Es wird später bei einer Kostprobe zum Einsatz kommen. Die Männergruppe lauscht den Ausführungen des Experten aufmerksam.

Danach geht es wieder raus in die Herbstluft. Dort steht ein großer Tank, in dem sich der sogenannte Treber - die ausgelaugten Rückstände des Malzes - befindet. „Der Treber wird oft zu Viehfutter weiterverarbeitet“, weiß Neumann. Aber auch Schnaps könne daraus gebrannt werden, der sogenannte Treberschnaps. Bei einigen der Herren huscht ein wissendes Lächeln übers Gesicht. Sie kennen das hochprozentige Destillat offenbar.

Ein Rundgang durch die Hütt-Brauerei

Als Nächstes betritt die Gruppe „die Sauna“ der Brauerei. Warm und stickig ist esdort, und es liegt ein anderer intensiver Geruch als im ersten Raum in der Luft. In dem kleinen Raum steht wieder ein großer Tank, die Braupfanne. Sie enthält die Maische, der hier Hopfen zugesetzt wird. In der Braupfanne wird die Flüssigkeit gekocht.

Bierprobe ist Höhepunkt

Es geht ein Treppe abwärts, in dem Keller befindet sich der Gärtank. Hier landet die Maische, nachdem sie in einer speziellen Anlage runtergekühlt wurde. Dementsprechend frisch ist es hier, eine angenehme Abwechslung zu den tropischen Verhältnissen kurz zuvor.

Neumann erzählt allerhand über ober- und untergärige Biere und die Geschichte des Bierbrauens. Langsam schlendert die Gruppe weiter zu den Lagertanks und damit zum Höhepunkt der Führung: der Bierprobe. Endlich kommen die Bierkrüge zum Einsatz, die jeder Teilnehmer zu Beginn bekommen hat. Neumann zapft als Erster, es kommt nur Schaum aus dem Hahn.

Danach aber fließt das flüssige Gold. Es ist naturtrüb, wird also nicht gefiltert. „Alles Gute bleibt drin“, so der Bierbotschafter und schaut in lauter zufriedene Gesichter. Der kühle Gerstensaft schmeckt frisch und lecker. Der Geschmack von Heimat rinnt durch die Kehle.

Abschließend führt Neumann die Gruppe noch durch die Abfüllung, wo gerade die Bänder stillstehen. Danach kehrt die Vellmarer Truppe zur Bierverkostung ins Brauhaus Knallhütte ein. Bei den Herren kann das Bier der Hütt-Brauerei punkten: „Das schmeckt besser als manches Bier einer großen Brauerei“, schwärmen sie.

Von Nicole Schippers

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