– Stadt will an Vorhaben festhalten

Strecke für Mountainbikes am Baunsberg droht das Aus

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Ab geht die Post: Jugendliche Downhill-Fahrer testeten vor einiger Zeit schon mal die Piste am Baunsberg. Diese verläuft einige Meter innerhalb des Waldrandes.

Baunatal. Eine am Baunsberg geplante Mountainbikestrecke steht möglicherweise vor dem Aus. Die Landesbehörde Hessenforst jedenfalls spricht sich jetzt gegen eine Variante der Streckenführung am inneren Rand des Waldes zwischen Spiel- und Liegewiese sowie Baunsbergsportplatz aus.

Die Stadt will hingegen an den Plänen festhalten.

Etwa 20 jugendliche Downhill-Fahrer und Vertreter der Stadt hatten im Frühjahr gemeinsam nach einer legalen Piste Ausschau gehalten, nachdem Hessenforst eine 2010 von den Jugendlichen frei am Baunsberg angelegte Abfahrtsstrecke unbrauchbar gemacht hatte. Bei Treffen, an denen auch Mitarbeiter von Hessenforst teilnahmen, entstanden die Pläne für die jetzige Variante. Erste Aufräumarbeiten sowie Probefahrten der Jugendlichen fanden bereits statt.

Doch jetzt schiebt die Forstbehörde dem Vorhaben einen Riegel vor. Er sei überrascht gewesen, dass die gewählte Strecke innerhalb des Waldes verlaufe, sagt Dieter Schorbach von Hessenforst in Wolfhagen. Bisher sei er davon ausgegangen, dass die Piste außerhalb des Waldes auf städtischem Terrain angelegt werde. Das Forstrecht, so betont Schorbach, sage klipp und klar, innerhalb des Waldes dürfe es keine solche Strecke geben. „Da geht es nicht.“

Ganz anderer Meinung ist allerdings Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub (SPD). Er will an der geplanten Streckenführung festhalten. „Wir rücken nicht davon ab“, sagt er. „Ich arbeite weiter daran, dass das so kommt.“

Der Bürgermeister ist verwundert, dass das Forstamt Wolfhagen sich jetzt gegen die Pläne wendet. Schaub weist darauf hin, dass alle Schritte zur Realisierung der Strecke zwischen den Jugendlichen, dem Forst und dem Rathaus bislang einvernehmlich getroffen worden seien.

Schorbach nennt das Forstrecht als Hintergrund für die Ablehnung. Der Wald dürfe nur zum Zwecke der Erholung genutzt werden, sagt der Mitarbeiter von Hessenforst. Beim Downhill-Fahren handele es sich aber um eine Sportveranstaltung. „Es war von Anfang an klar, dass es keine Strecke im Wald geben wird“, sagt Schorbach. Deshalb habe die Behörde jetzt die Notbremse ziehen müssen. Kein Problem sei die Sache, wenn die Route außerhalb des Waldes verlaufe.

In den Sommerferien, so kündigt Schaub an, solle außerdem eine Pumptrackstrecke für Mountainbiker neben der Rundsporthalle entstehen.

Von Sven Kühling

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