Schüler der Johann-Friedrich-Krause-Schule machten beim Sparda-Erzählfestival mit

Bilder entstehen im Kopf

Konzentriert: Maris und Jonas tun Albert Schindehütte jeden Handgriff nach.

Schauenburg. Zwischen dem Orient und dem Okzident bewegten sich die Schüler der Klasse 3 an der Johann-Friedrich-Krause-Schule in Breitenbach. Fliegende Teppiche, auf denen hungrige und frierende Hasen sitzen, magische Spiegel und Monster, die den brennenden Wunsch nach Schuhen verspüren verdrängen Matheformeln und Grammatikregeln.

Erzählfestival in Kassel

Die Mädchen und Jungen machen beim 9. Sparda-Erzählfestival mit. Dafür haben sie sich eine ganze Woche vorbereitet. Zusammen mit Profi-Erzählerin Gudrun Rathke und Klassenlehrerin Maike Koch erarbeiteten sie sich Tag für Tag ein kleines Stück ihrer Fantasiewelt. Aus dem Klassenzimmer ist eine Erzählwerkstatt geworden, in der mit Worten an den Geschichten gefeilt wird.

Aus Puzzle wird Geschichte

Angefangen hat es mit Karten in drei verschiedene Farben, erklärt Gudrun Rathke. „Gelb steht für einen Ort, blau für Personen und rot für einen Gegenstand.“ Erst allein, dann in ihrer Gruppe fügten die Kinder eine Geschichte aus den verschiedenen Karten wie ein Puzzle zusammen. Insgesamt drei Geschichten kamen dabei heraus. Gudrun Rathke, die die inhaltliche Leitung des Festivals übernommen hat, erklärt: „Wichtig dabei ist, dass die Kinder einen roten Faden folgen. Es wird nichts aufgeschrieben oder auswendig gelernt. Das freie Erzählen steht im Vordergrund.“

Konrad ( (9) und Paula (8) bringen es auf den Punkt. „Wenn jemand aus unserer Gruppe nicht weiter weiß, springt jemand anderes ein“, sagt Paula. „Wir helfen uns gegenseitig und es macht riesigen Spaß.“

Das Projekt hat schon erste große Erfolge zu verzeichnen. „Es fordert viel Disziplin, denn man muss in der Geschichte auf dem Punkt einsetzen, auch mal stilschweigend und vor allem zuhören“, sagt Maike Koch. Außerdem müsse Verantwortung für das Funktionieren der Geschichte übernommen werden. „Die Kinder lernen das freie Reden“, sagt Gudrun Rathke und freut sich.

Bilder in der Märchenwache

Ein paar hundert Meter weiter arbeiten Schüler der vierten Klasse in der Märchenwache an Bildern für die entstandenen Geschichten. „Die dritte Klasse hat uns ihre Geschichten schon erzählt. Nun wird gezeichnet und geschnitzt“, sagt Martina Haselroth.

Zusammen mit Albert Schindehütte und Gerhard Nentwich von der Märchenwache betreiben die jungen Künstler eine Druckerwerkstatt. „Meine Schüler, die sich jetzt um die Bebilderung kümmern, haben im vergangenen Jahr selbst die Geschichten erzählt“, sagt sie. Eine bessere Aufsatzerziehung hätte sich die Lehrerin nicht erträumt: „Meine Schüler haben der jetzigen dritten Klasse so viele gute Tipps für ein lebendigeres Schreiben gegeben. Das war schön mit anzuhören.“

Nicht nur die Teamfähigkeit innerhalb der einzelnen Gruppen werde gefördert. „Auch die dritte und vierte Klasse hat eine schöne Beziehung zueinander aufgebaut.“

Die Aufführung der Kinder findet am Samstag im Kasseler Kulturbahnhof statt. Beginn ist um 15 Uhr.

Von Anthoula Grigoriadou

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.