Almut Reuter entdeckte das Filzen im Urlaub - Inzwischen bietet sie Vhs-Kurse an

Bilder aus Wolle gestalten

Nassfilzen mit Schafwolle: Das Bild aus der Schnorchler-Perspektive von Almut Reuter aus Fuldatal-Wahnhausen zeigt eine Unterwasserlandschaft in Kroatien. Fotos:  Wienecke

Fuldatal. Zu ihrem neuen Hobby, dem Filzen, kam Almut Reuter aus Fuldatal in ihrem Urlaub im Jahr 2000. Inzwischen bietet die Wahnhäuserin zu dem beliebten Handwerk Volkshochschulkurse in Hofgeismar, Hann. Münden, Baunatal und Kaufungen an.

„Ich habe damals in dem Ort Marielyst in Dänemark erst das Kunsthaus und dann das Filzen entdeckt“, erzählt die 54-Jährige. Die wunderschönen, aus Wolle gefilzte Blüten, die es dort gab, hatten es ihr derart angetan, dass sie sich vor Ort unterweisen ließ.

Als „Malen mit Wolle“ bezeichnet die Sozialpädagogin, die Deutsch als Fremdsprache in Kassel unterrichtet, das Filzen von Bildern. Während beim Malen Farben auf eine Leinwand aufgetragen werden, legt man beim Filzen lose Wolle verschiedener Farben zu dem gewünschten Motiv zusammen. Durch die Kombination von Wollresten, die auseinandergezupft werden, entstehen weitere Farbtöne.

Durch trockenes oder durch nasses Filzen entsteht aus den Wollfasern eine Textilie. Trocken wird Wolle durch das Stechen mit einer Filznadel, die über Widerhaken verfügt, aufgeraut und verbunden. Nass wird mit Feuchtigkeit, Wärme und Druck gearbeitet, damit die lose Wolle zu einem Stoff verfilzt. „Wenn Sie einen Wollpulli zu heiß waschen und stark schleudern, verfilzt er ja auch“, erklärt Almut Reuter das Prinzip dieser Technik.

Beim Nassfilzen verwendet sie Noppenfolie als Unterlage. Filzwolle vom Schaf wie Merinowolle wird zunächst mit möglichst warmer Kern- oder Olivenseifenlauge besprüht und dann gewalkt und gerieben, bis sie sich verbindet. „Die Schuppen der Wollfasern richten sich durch die Seife auf und verhaken sich dann untrennbar miteinander“, erläutert Almut Reuter, die gern mit Musik arbeitet.

Ihre Kenntnisse über Aquarellmalerei kommen der Mutter von drei Kindern beim Filzen zugute. „Mit der Raumaufteilung und der Gestaltung von Perspektiven kenne ich mich dadurch bereits aus“, berichtet sie. Bei manchen Arbeiten kombiniert sie das Nassfilzen mit dem Trockenfilzen. Neben Bildern stellt sie auch Bälle, Teddys und plastisch hervortretende Blüten her. „Die roten Stockrosen in meinem Garten haben mich dazu inspiriert“, sagt sie.

Von Bettina Wienecke

Filzen in Wahnhausen

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