Bildung steht bei ihm ganz oben

Landrat Uwe Schmidt (SPD) bewirbt sich für zweite Amtszeit

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Verjüngungskur: Mit neuer Frisur zieht Landrat Uwe Schmidt in den Wahlkampf. Im alten Klassenzimmer des Kaufunger Regionalmuseums erinnert er sich an seine eigene Schulzeit. Bildung findet der SPD-Kandidat sehr wichtig; er selbst ist nach Hauptschule und Lehre auf dem zweiten Bildungsweg zum Studium gelangt.

Kreis Kassel.  Er will es noch mal wissen: Uwe Schmidt (60) aus Helsa tritt bei der Direktwahl am 25. Januar für eine zweite Amtszeit als Landrat an.

Er war das jüngste von elf Kindern, kommt aus kleinen Verhältnissen - und hat es bis zum Landrat geschafft. Und jetzt will er es noch mal wissen: Uwe Schmidt (60) aus Helsa tritt bei der Direktwahl am 25. Januar für eine zweite Amtszeit an.

Während der vergangenen sechs Jahre hat er Gefallen an diesem Posten gefunden. „Ich möchte Landrat bleiben“, sagte der 60-Jährige im Gespräch mit der HNA. Der Grund: Hier könne man politisch gestalten - auch ohne viel Geld. Uwe Schmidt sitzt an einem alten Holzpult aus den 1950er-Jahren im Regionalmuseum Kaufungen. „In so einer Schulbank habe ich als Schüler auch gesessen“, sagt er verschmitzt: damals ein aufgeweckter Junge mit einer „vorlauten Klappe“, Klassensprecher. „Ich wurde damals Professor genannt, weil ich zu allem was zu sagen hatte“, sagt er und schmunzelt.

Das ist auch heute noch so, allerdings haben seine Worte heute weit größere Auswirkungen: So war er jüngst maßgeblich am Sturz des Kasseler Klinikchefs Dr. Gerhard M. Sontheimer beteiligt - der wollte keine Garantie für die Kreiskliniken abgeben, für Schmidt war das nicht akzeptabel.

Er kämpft für seine Ziele, kann aber auch gut zuhören, er sieht sich als Teamplayer. Konfliktfreude zählt dabei nicht zu seinen größten Stärken.

Lesen Sie hier das Porträt des Gegenkandidaten der Wahl, Patrick Weilbach:

Landratswahl: Patrick Weilbach (CDU) will Generationenwechsel

Eigentlich wollte Schmidt Pfarrer werden, doch dann riss ihn in der Willy-Brandt-Zeit die politische Aufbruchsstimmung mit. Er trat in die SPD ein, wechselte in Marburg vom Hebräisch-Pauken zum Politikstudium und engagierte sich als Kommunalpolitiker. 1990 wurde er in Helsa zum Bürgermeister gewählt und regierte zwölf Jahre im Rathaus. Dort führte er als erste Gemeinde im Landkreis ein Bürgerbüro und Teams in der Verwaltung ein. „Menschen kann man nicht nur über Geld motivieren, sondern vor allem über Anerkennung“, so lautet seine Überzeugung.

Seinen 27-jährigen Herausforderer Patrick Weilbach von der CDU nimmt er durchaus ernst, schließlich ist der etwa so alt wie seine beiden Söhne. Um auch vom Erscheinungsbild gegenzuhalten, hat er sich auf Anraten seiner Frau für den Wahlkampf eine neue Frisur zugelegt. „Die macht mich zehn Jahre jünger“, schmunzelt der 60-Jährige. Und in seiner Freizeit: Er fährt gerne Fahrrad, er engagiert sich bei den Frankreich-Freunden, er liest viel - historische Romane und Biografien - und am Sonntagabend ist Tatortzeit.

Was er sich vom Wahltag erhofft: Dass viele zur Wahl gehen. Und dass er mehr Stimmen erhält als vor sechs Jahren, wo er 64,5 Prozent bekam. Das wäre dann „die schönste Anerkennung für meine Arbeit“.

Von Holger Schindler

Lesertreff am 15. Januar

Zehn Tage vor der Direktwahl am Sonntag, 25. Januar, steigt das Duell der Landratskandidaten: Am Donnerstag, 15. Januar, treffen Amtsinhaber Uwe Schmidt (SPD) und sein Herausforderer Patrick Weilbach von der CDU beim HNA-Lesertreff in der Mehrzweckhalle von Vellmar-Frommershausen, Pfadwiese 10, aufeinander. Ab 19 Uhr stellen sich die Kandidaten den Fragen von HNA-Redakteur Peter Ketteritzsch.

Das Spektrum der Themen reicht dabei von der umstrittenen Berufung des Managers Karsten Honsel als Chef der Gesundheit Nordhessen Holding über die Herausforderungen des demografischen Wandels und der Energiewende bis zur ungewissen Zukunft des Flughafens Kassel-Calden.

Während der Veranstaltung haben auch die Besucher Gelegenheit, Fragen an die beiden Kandidaten zu richten. (ket)

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