Bildungsträger Vabia gibt auf - Verein kapituliert vor Kosten

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Da war die Welt noch in Ordnung: Arbeitslose junge Leute bauten 2007 unter der Regie des Vabia in Vellmar einen Bauwagen in ein mobiles Café um. Das Foto zeigt links Projektleiter Gunnar Fehling.

Vellmar. Der Vellmarer Bildungsträger Vabia, der vor allem benachteiligten Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Perspektive bietet, kapituliert vor den schwieriger gewordenen finanziellen Bedingungen auf diesem Markt.

Vabia schlüpft Ende des Jahres unter das Dach der Diakonischen Werks Kassel, der Trägerverein löst sich auf.

„Wir werden die erfolgreiche Arbeit von Vabia fortsetzen“, kündigte Pfarrer Gerd Bechtel, Geschäftsführer des Diakonischen Werks (DW), jetzt an. Vabia solle als „Marke“ erhalten bleiben, man werde alle Arbeitsfelder fortführen.

Gerd Bechtel

„Wir wollen alles übernehmen, was da ist“, sagte Bechtel. Dazu gehören die derzeit 20 Mitarbeiter, soweit sie Ende 2012 noch für Vabia arbeiten, der mobile soziale Dienst in Vellmar und die offene Jugendarbeit in Vellmar und Helsa. Man sei mit den Bürgermeistern im Gespräch. Die Schulsozialarbeit wolle man gern fortführen, sagte Bechtel. Die Vabia-Zentrale in Vellmar, deren Eigentümer der Verein ist, wird das Diakonische Werk übernehmen. Die frei werdenden Räume von Verwaltung und Buchhaltung werde man anderweitig nutzen und „mit Leben füllen“, erklärte Bechtel.

Auch der Standort Kassel, wo Vabia an der Spohrstraße Jugendliche fortbildet, soll erhalten bleiben. Dagegen ist laut Vabia-Geschäftsführer Michael Kurz noch offen, ob der Standort Kaufungen, wo junge Leute zum Haupt- und Realschulabschluss geführt werden, fortgeführt wird. Es sei denkbar, dass diese Jugendlichen künftig in Kassel unterrichtet würden, sagte Kurz.

Vabia werde dem Diakonischen Werk ein gut bestelltes Haus hinterlassen, versicherte Vorstandschef Michael Wendler. Dank seiner Rücklagen von 400 000 Euro werde der Verein finanziell ein Plus übergeben. Gespräche mit der Diakonie seien schon seit 2010 geführt worden. Man habe nicht warten wollen, bis ein Defizit auflaufe. Die Insolvenz des Kasseler Bildungsträgers Buntstift sei ein warnendes Beispiel.

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