Verein Science Bridge und Herderschule planen ein zentrales Schülerlabor für die Region

Bio-Experimente für alle

Lehrer als Schüler: Jann Buttlar von der Universität Kassel (rechts) überprüft, ob Silke Franz (Herderschule), Sigrid Seidler (Waldorfschule), Theresia Brandt (Jacob-Grimm-Schule) und Alexander Hölz (Herderschule) mit der Pipette umgehen können. Foto: Dilling

Kreis Kassel. Im Unterrichtsalltag, eingezwängt in das Korsett von abzuarbeitenden Lehrplänen, hat ein Biologie-Lehrer nicht so oft die Möglichkeit zu komplizierten Experimenten. Dabei kann man auch in einem Schullabor lactosefreie Milch herstellen, indem man Bakterien mit bestimmten Geninformationen manipuliert, damit sie Enzyme herstellen. Silke Franz, Sigrid Seidler, Theresia Brandt und Alexander Hölz lassen sich in der Herderschule von Mitarbeitern der Universität Kassel genau das zeigen.

Die nötige Laborausrüstung für den Versuch hat der Verein Science Bridge besorgt. Der Verein, dem Wissenschaftler und Lehrer angehören, hat nicht nur die Lehrer im Blick. Zusammen mit der Herderschule will er langfristig ein zentrales, regionales Schülerlabor für molekularbiologische Experimente am Standort des Oberstufengymnasiums aufbauen, das zu zwei Dritteln von Schülern aus dem Kreis und zu einem Drittel aus der Stadt Kassel besucht wird. „Das würde zwischen 50 000 und 100 000 Euro kosten“, sagt Professor Dr. Wolfgang Nellen von Science Bridge, Molekularbiologe und Genetikexperte an der Universität Kassel. Der Verein habe schon Anträge an das Kultus- und Wissenschaftsministerium geschickt.

Nellen hat ein erfolgreiches Pilotprojekt vorzuweisen. In Gießen habe Science Bridge ein solches Zentrallabor für Oberstufenschüler bereits aufgebaut, das inzwischen voll ausgelastet sei. Der Verein unterstütze die Lehrer dort mit Rat und der Finanzierung von Honorarkräften. „Die Schulen allein können das nicht leisten. Die Anbindung eines solchen Labors an die Uni Kassel ist essenziell“, sagt Nellen.

Martin Sauer, Schulleiter der Herderschule, ist von der Idee begeistert. Der Landkreis Kassel habe bereits seine Unterstützung für das Projekt signalisiert. Das Gymnasium mit seinen neuen naturwissenschaftlichen Räumen eigne sich hervorragend für diesen Zweck.

„Wir wollen nun Partner mit ins Boot holen“, sagt der Schulleiter. Es geht um weitere Schulen und Sponsoren. Man werde mit Science Bridge ein Konzept für das Labor erarbeiten. Molekularbiologische Experimente, wie das Aufspüren genetischer Fingerabdrücke, eigneten sich ganz besonders, um die Begeisterung von Schülern für Experimente zu wecken. (pdi)

Info und Kontakt: Herderschule, Tel. 05 61/5 48 71

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