Abfallentsorgung Kreis Kassel startet Pilotprojekt in Vellmar mit 1600 Haushalten – Ergebnisse im November

Biobeutel für bessere Ausbeute

Vellmar. Weiter optimieren will die Abfallentsorgung Kreis Kassel die Müllverwertung im Landkreis. Deshalb läuft von Juli bis November dieses Jahres ein Pilotprojekt in Vellmar, an dem 1600 Haushalte teilnehmen. „Ziel ist die vollständige Erfassung aller Küchen- und Speiseabfälle über die Biotonnen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Eigenbetriebs Abfallentsorgung.

Zurzeit stelle sich die Situation so dar, dass auch im Landkreis noch viele Küchen- und Speiseabfälle in der Restmülltonne landeten, heißt es weiter. Aus hygienischen Gründen würden aber Küchenabfälle häufig nicht lose, sondern bevorzugt in Plastiktüten in den Restabfallbehältern und sogar in den Biotonnen entsorgt.

„Ziel ist die vollständige Erfassung aller Küchen- und Speiseabfälle über die Biotonnen.“

Abfallentsorgung Kreis Kassel

Das Problem für die Abfallentsorgung: Die in herkömmliche Plastiktüten verpackten Abfälle lassen sich nicht weiter verwerten. Deshalb werden für das Pilotprojekt in Vellmar, das von einem Witzenhäuser Ingenieurbüro wissenschaftlich begleitet wird, in dieser und der nächsten Woche an die 1600 Haushalte spezielle, biologisch abbaubare Sammelbeutel verteilt.

Dabei handelt es sich nach Auskunft der Abfallentsorgung um „ein Naturprodukt aus pflanzlichen Stoffen, das dem Verbraucher trotzdem den Komfort und die Hygiene einer herkömmlichen Plastiktüte bietet“. Der Vorteil dieser Biobeutel: Sie können in den Biokompostierungsanlagen ohne Rückstände vergärt und kompostiert werden. Während die Teilnehmer des Vellmarer Pilotprojekts die Biobeutel und ein belüftetes Sammelgefäß kostenlos erhalten, verkauft die Abfallentsorgung Kreis Kassel schon seit 2013 die kompostierbaren Biobeutel für einen Euro die Rolle mit jeweils 25 Stück.

Im Verlauf des Pilotprojektes wird das Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie die Zusammensetzung des Abfalls in den Restmüll- und Biotonnen der Probanden aus Vellmar regelmäßig untersuchen und analysieren. Dazu werden diese Behälter bis November gesondert geleert. Damit es nicht zu Verwechslungen mit den üblichen Tonnen kommt, werden sie mit einem Aufkleber gekennzeichnet. Auch in den Vergärungsanlagen werden Untersuchungen zur Aufbereitungstechnik und zum Abbau der Sammelbeutel vorgenommen.

Den Geldbeutel der Abfallentsorgung Kreis Kassel wird das Pilotprojekt in Vellmar übrigens nicht belasten. Die Kosten übernehmen die Herstellerfirmen der Biobeutel. Ende November sollen die Ergebnisse in einem Abschlussbericht veröffentlicht werden.

Von Stefan Wewetzer

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