Projekt der Stadt und Eon Mitte

Hallenbad in Vellmar wird mit Bioerdgas geheizt

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Vorreiter: Das Hallenbad in Vellmar an der Brüder-Grimm-Straße am Festplatz ist das erste Schwimmbad in der Region, das ein Bioerdgas-BHKW nutzt.

Vellmar. Das Hallenbad in Vellmar wird künftig mit Wärme aus Bioenergie versorgt. Ein Bioerdgas-Blockheizkraftwerk (BHKW) ging jetzt ans Netz. Das Projekt hat die Stadt Vellmar mit der Eon Mitte Wärme GmbH realisiert. Das Unternehmen hat rund 150.000 Euro investiert.

Die Stadt Vellmar hat mit dem Energieversorger einen Vertrag bis 2020 abgeschlossen. Für die Nutzung des BHKW zahlt sie in diesem Zeitraum eine monatliche Pauschale.

Das neue Blockheizkraftwerk ersetzt eine acht Jahre alte mit Erdgas betriebene Mikrogasturbine. Die Umstellung auf die Bioerdgas-Heizwärme-Versorgung biete laut Eon zwei Vorteile: Die Anlage arbeite umweltfreundlicher und wirtschaftlicher. „Durch die gleichzeitige Erzeugung von Wärme und Strom wird der Ausstoß von klimaschädlichem CO2 reduziert“, erklärt Siegmund Laufer, Geschäftsführer von Eon Mitte Wärme. „Es können bis zu 500 Tonnen CO2 pro Jahr gespart werden.“

Insgesamt produziert die Anlage pro Jahr etwa 800 Megawattstunden (MWh) Wärme- und 600 MWh elektrische Energie. Die Mikrogasturbine erzeugte pro Jahr nur die Hälfte elektrischer Energie: circa 300 MWh. „Mit dem BHKW ist die Grundversorgung für das Hallenbad gewährleistet“, sagt Projektleiter Carsten Schankweiler von Eon Mitte.

„Das Bioerdgas für die Anlage kommt aus Altenstadt in der Wetterau“, erläutert Udo Förster, Leiter für Strom- und Gasprojekte bei Eon Mitte. Aus der Region direkt könne es nicht bezogen werden: „Im städtischen Raum ist eine Nahversorgung nicht möglich.“ Erzeugt wird das Gas aus Bio- und Grünabfällen und nachwachsenden Rohstoffen.

Symbolischer Knopfdruck: Udo Förster (von links) und Carsten Schankweiler von der Eon Mitte AG, Siegmund Laufer, Geschäftsführer der Eon Mitte Wärme GmbH, und Dirk Stochla, Bürgermeister der Stadt Vellmar, weihten das Bioerdgas-Blockheizkraftwerk ein.

Das Hallenbad in Vellmar ist das erste Schwimmbad in der Region, das ein Bioerdgas-BHKW nutzt. „Es ist eine gute Alternative zu herkömmlichem Erdgas, aber es ist auch doppelt so teuer“, sagt Laufer. Insgesamt laufen 20 solcher BHKWs in der Region, die unter anderem Krankenhäuser und Gewerbebetriebe versorgen: „Ziel ist es, die Zahl in den nächsten drei Jahren zu verdoppeln.“ Für Vellmars Bürgermeister Dirk Stochla war die Entscheidung für das BHKW ein Schritt auf dem Weg, die städtischen Betriebe klimaschonend zu betreiben. 1,5 Millionen Euro hat man bisher in die Schwimmbadsanierung investiert. Die energetische Sanierung der Schwimmhalle steht noch an.

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