Anlage bei Vollmarshausen – Schadenersatz wegen geringerer Liefermengen – Thema im Kreistag

Biogas: Kreis zahlt Lohfelden 78 000 Euro

Susanne

Lohfelden / KREIS KASSEL. Der Landkreis Kassel will der Gemeinde Lohfelden Schadenersatz in Höhe von 78 000 Euro leisten wegen geringerer Biogaslieferungen als vertraglich vereinbart. Das sagte Vizelandrätin Susanne Selbert (SPD) der HNA.

Entschieden wies Selbert jedoch Berichte zurück, wonach beim Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des Kreises wegen der Biogasanlage Verluste angefallen seien: „Trotz der geringen Unterschreitung der geplanten Gasliefermenge ist kein Defizit entstanden“, sagte Selbert.

Im Gegenteil: Trotz der Ausfallentschädigung von 78 000 Euro lägen die Erlöse des Eigenbetriebs mehr als 10 000 Euro über den Zahlen des Wirtschaftsplanes.

Anders ist die Situation für die Gemeinde Lohfelden. Die hatte mit erheblich höheren Erlösen durch den Einsatz des Biogases gerechnet, ihre Gemeindewerke verbuchten 2013 in diesem Bereich einen Verlust von 160 000 Euro. Durch die Zahlung des Kreises schrumpft dieses Defizit nun auf 81 400 Euro.

Der Hintergrund: Wegen der zu geringen Gaslieferung konnte ein Blockheizkraftwerk teilweise nicht betrieben werden. Lohfelden erzeugt mit dem Gas in drei Blockheizkraftwerken Strom und Wärme für öffentliche Gebäude im Ortszentrum.

Der Kreistag wird sich in seiner nächsten Sitzung am 27. Februar in Ahnatal (ab 13 Uhr im Bürgersaal Weimar) mit dem Thema Biogas beschäftigen.

Langer Fragenkatalog

Die CDU-Fraktion hatte einen umfangreichen Fragenkatalog an den Kreisausschuss gestellt. Die Union wollte unter anderem wissen, ob sich der Kreis vertraglich zur Lieferung einer bestimmten Menge Biogas aus seiner Kompostierungsanlage Sandwiesen bei Lohfelden-Vollmarshausen verpflichtet hat.

Dies ist der Fall. Der Gemeinde Lohfelden wurde vom Eigenbetrieb des Landkreises eine Mindestmenge von jährlich 1,5 Millionen Kubikmeter Biogas mit einem Mindestmethangehalt von 48 Prozent zugesichert. Diese Menge wurde bisher jedoch nicht erreicht, heißt es in der Antwort des Kreisaussschusses.

Im ersten Produktionsjahr 2012 lag die Menge bei 1,2 Mio. Kubikmeter, im Jahr 2013 bei 1,4 Mio. Kubikmeter. Der Methangehalt lag in beiden Jahren mit 52 Prozent über der vereinbarten Qualität.

Die Gemeinde habe in einem Gespräch Ende November 2013 „nachgewiesen, dass die Stromerträge aufgrund der geringeren Gasmenge niedriger sind als geplant“, heißt es in der Vorlage weiter.

Verweis auf Einfahrphase

Vizelandrätin Selbert ist optimistisch, was die weitere Gasproduktion angeht. Die Produktionsmenge von 1,4 Millionen Kubikmeter für 2013 sei „ein ausgesprochen vorzeigbares Ergebnis“. Anlagen dieser Größenordnung brauchten immer eine Einfahrphase. „2014 möchten wir 1,5 Mio. Kubikmeter erreichen“, sagte sie weiter.

Die Biogasproduktion sei wirtschaftlich und ein Gewinn für die Umwelt – auch vor dem Hintergrund der angenommenen Laufzeit von 21 Jahren. (hog/swe) Archivfoto: Wienecke

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