Interview mit der FDP zur Landratswahl: „Hatten nie Kandidaten“

Björn Sänger

Kreis Kassel. Die FDP im Landkreis Kassel stellt zur Landratswahl im Januar 2015 keinen eigenen Kandidaten. Über die Situation der Kreis-FDP sprach HNA-Redakteur Michael Schräer mit dem FDP-Vorsitzenden Björn Sänger.

Herr Sänger, die FDP stellt keinen Kandidaten zur Landratswahl auf, ist Ihre Partei im Landkreis am Ende?

Björn Sänger: Wir haben in der Geschichte der Landratswahlen im Landkreis Kassel bislang noch nie einen Kandidaten gestellt, insofern ergibt sich keine neue Situation. Diese Frage hat auch mit der Lebendigkeit einer Partei nichts zu tun, denn sonst wären die Grünen ja völlig am Ende, die 2015, anders als bei den früheren Wahlen, keinen Kandidaten stellen.

Ihnen fehlt das Personal nicht nur bei den Kandidaten? Wie viele Mitglieder hat die Kreis-FDP denn noch und wie viele entschieden darüber, auf einen eigenen Landrats-Kandidaten zu verzichten?

Sänger: Die Frage der Landratskandidatur haben wir seit Jahresbeginn in mehreren Sitzungen diskutiert. Wir haben drei geeignete Kandidaten aus unseren eigenen Reihen identifiziert, die aus meiner Sicht alle drei gut im Rennen gewesen wären. Aber als kleine Partei, und wir haben derzeit stabil etwa 160 Mitglieder, muss man auch Prioritäten setzen. Im Kreisvorstand, der 15 Personen umfasst, waren wir am Ende des Prozesses der Auffassung, dass ein Landratswahlkampf zu viel Kraft für die Vorbereitungen der Kommunalwahl binden würde. Ich kann auch hier die Grünen gut verstehen, die ja die gleichen Gründe für ihren Verzicht angeführt haben.

Denken Sie schon darüber nach, auch zur Kommunalwahl 2016 nicht anzutreten?

Sänger: Die FDP wird selbstverständlich im Landkreis Kassel und in vielen Kommunen antreten. Da brauchen Sie sich keine Sorgen und der politische Wettbewerb keine Hoffnungen machen.

Wer soll eine inzwischen unbedeutende FDP im Landkreis überhaupt noch wählen?

Sänger: Ein Blick in die Tagesordnungen des Kreistages wird Ihnen ja reichen, um zu erkennen, dass wir dort sicherlich eine treibende Kraft sind. Erfreulicherweise berichtet die HNA ja auch über unsere Initiativen, wie etwa jüngst zur Förderung schwacher Schüler. Wenn Sie sich dann auch die Ergebnisprotokolle ansehen, dann stellen Sie fest, dass sehr viel von dem, was wir wollen, auch beschlossen wird – möglicherweise als Kompromiss gemeinsam dann mit Partnern, aber das ist Demokratie. Insofern bin ich fest davon überzeugt, dass es ausreichend Menschen gibt, die eine Kraft, die zukunftsbejahend und positiv denkend Chancen in unserer Region schaffen möchte, im Kreistag wieder sehen wollen.

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