Umleitungsstrecken werden überprüft

A7-Konferenz: Sperrungen für Lkw rechtlich kaum möglich

An der Tagesordnung: Auf der Autobahn 7 im Großraum Kassel – unser Foto zeigt einen Unfall unweit der Anschlussstelle Kassel-Nord – kracht es immer wieder. Die Folge ist oft ein stundenlanges Chaos auf den Umleitungsstrecken. Archivfoto: Malmus

Kreis Kassel. Wie dringlich eine Lösung für das regelmäßige Stau-Chaos in den Kommunen entlang der A7 ist, wurde den Teilnehmern der Konferenz drastisch vor Augen geführt.

Am Dienstagabend war zwischen Kassel-Nord und Hann. Münden-Lutterberg ein Lastwagen in Brand geraten. Die Folgen für die Autobahn-Anrainer waren - wie fast immer bei derartigen Unfällen - gravierend: Der Umleitungsverkehr wälzte sich bis Mittwochmorgen durch den Kasseler Osten und den Niestetaler Ortsteil Sandershausen.

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Um die Situation in diesen Fällen zu entschärfen, sollen nun die Umleitungsstrecken auf ihre Tauglichkeit hin untersucht werden. Darauf haben sich die Teilnehmer der A 7-Konferenz am Mittwoch im Kreishaus verständigt.

Dass die mit blauen Schildern ausgewiesenen Strecken nicht unbedingt die optimalen Routen sind, darüber waren sich die Vertreter von Kommunen und Fachbehörden einig. Schließlich stammen die offiziellen Umleitungen teilweise noch aus den 1980er-Jahren. Das Verkehrsaufkommen hat sich seither vervielfacht. Dass die strikte Orientierung an den offiziellen Strecken das Chaos oft noch verschlimmert, wurde vor wenigen Wochen bei Niestetal deutlich. Statt die an Sandershausen vorbeiführende Südanbindung des Gewerbegebiets Sandershäuser Berg zu nutzen, fuhren die meisten Verkehrsteilnehmer weiterhin durch Sandershausen - und blieben prompt stecken. Die Anwohner mussten über viele Stunden Lärm und Abgase ertragen.

In dem von mehreren Bürgermeistern, darunter Niestetals Verwaltungschef Andreas Siebert (SPD), favorisierten Ausbau der A 7 zwischen Kassel-Nord und Hann. Münden-Lutterberg auf acht Fahrstreifen sieht Peter Wöbbeking, Regionalbevollmächtigter von Hessen Mobil, „keine kurzfristige Hilfe“. Auch eine Sperrung von Straßen für Lkw, um Ortsdurchfahrten zu entlasten, sei „kaum möglich“. Vor Gericht hätten derartige Sperrungen „in der Regel keinen Bestand“, sagte Wöbbeking. Nach seiner Erfahrung erschweren Navigationsgeräte im Umleitungsfall die Lenkung des Verkehrs. Zum einen seien die empfohlenen Routen schnell verstopft, zum anderen würden ungeeignete Strecken zusätzlich belastet.

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