Ausstellung „Türkische Bibliothek“ ist bis 15. März zu sehen

Blick in fremdes Land

Türkische Bibliothek: Salih Göktan vom Ausländerbeirat (von links), Schulbibliotheken-Fachberaterin Monika Gumz und Bürgermeister Michael Reuter beim Rundgang durch die Ausstellung in der Gemeinde- und Schulbücherei Lohfelden. Foto: Wohlgehagen

Lohfelden. Die Türkei verhandelt über einen Beitritt zur Europäischen Union. Aber was wissen wir über das Land am Bosporus, das mit 97 Prozent seiner Fläche zu Asien gehört? Eindrücke über die Vielfalt und Faszination der Türkei vermittelt eine Ausstellung mit dem Titel „Die Türkische Bibliothek“, die Bürgermeister Michael Reuter (SPD) jetzt in der Lohfeldener Gemeinde- und Schulbücherei eröffnete.

Die Ausstellung ermöglicht den Betrachtern eine Auseinandersetzung mit türkischer Literatur und eine emotionale Annäherung an die Kultur und Realität des Landes. Die auf Schautafeln vorgestellten Bücher unbekannter türkischer Autoren sind ins Deutsche übersetzt und können in der Bücherei ausgeliehen werden. „Wer sich auf diese literarische Reise begibt, erlebt die Türkei anders“, sagte Monika Gumz von der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken (Kassel) bei ihrer Einführung in die Wanderausstellung.

Die Präsentation breche Vorurteile auf und fördere die Integration von Türken in Deutschland. Vor allem Jugendliche würden davon profitieren, wenn das Herkunftsland ihrer Väter in den Mittelpunkt des Interesses gestellt wird, sagte die Fachberaterin für Schulbibliotheken.

Noch bis zum 15. März werden die Ausstellungsbesucher und Leser auf eine spannende, literarische Rundreise durch die Türkei mitgenommen: etwa in die Zeit vor der Republik, in die der Autor Halid Ziya Usakligil in seinem Roman „Verbotene Lieben“ (1900) entführt. Dabei geht es um eine osmanische Familie, ihre Beziehungen und ihre dramatischen Verstrickungen.

Soziale Umstände

1940 entstand „Der Dämon in uns“ von Sabahattin Ali. Der Roman gewährt Einblicke in die politischen und sozialen Umstände jener Zeit.

Vorgestellt wird auch von Frauen verfasste Literatur wie Leyla Erbils „Eine seltsame Frau“ (1971) und Asli Erdogans Roman „Die Stadt mit der roten Pelerine“ (1998).

Die Lohfeldenerinnen Emel Kutluer und Nuermin Gür verwöhnten die Besucher der Vernissage mit schwarzem Tee und mit Käse gefüllten Teigtaschen nach Rezepturen aus ihrem Heimatland. (ppw)

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