57.000 Euro im vergangenen Jahr

Verkehrsüberwachung bescherte Stadt Vellmar Defizit

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Überwachung: Auch nachts und an Feiertagen werden Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen, die von den Ordnungspolizeibeamten vor Ort in einem gemieteten Messfahrzeug überwacht werden.

Vellmar. Viele Autofahrer sehen in der Verkehrsüberwachung mit Blitzern reine Abzocke. Während man in Kassel mit stationären Anlagen derzeit ins Gerede gekommen ist, setzen die meisten Kommunen des Landkreises auf moderne und mobile Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen.

Dass damit aber nicht überall Gewinne zu erzielen sind, zeigt das Beispiel der Stadt Vellmar. 57.000 Euro betrug dort bei der Verkehrsüberwachung das Defizit im vergangenen Jahr, erläuterte Wolfhard Eidenmüller, zuständig für die Straßenverkehrsbehörde der Ahnestadt. Danach beliefen sich die Ausgaben für die Verkehrsüberwachung im vergangenen Jahr auf 283.383 Euro, während die Höhe der eingenommenen Verwarngelder bei 225 868 Euro lag.

Bei den Ausgaben schlagen neben den Personalkosten besonders die 43.000 Euro für Anmietung des Messfahrzeugs samt der Geräte zu Buche. Dazu kommen unter anderem für jeden einzelnen Fall die Bearbeitungsgebühren, die beim Rechenzentrum Ekom 21 anfallen. In Ahnatal und Fuldatal, mit denen Vellmar einen gemeinsamen Bezirk bildet, sind die Kosten für die reine Verkehrsüberwachung aus den gesamten Gebühreneinnahmen nicht herausgerechnet worden.

„Es wäre schön, wenn wir gar nicht blitzen müssten“, erklärt Eidenmüller. Aber nach wie vor sei die häufigste Unfallursache zu schnelles Fahren. Das gelte auch im Stadtgebiet von Vellmar, in dem seit vielen Jahren Geschwindigkeitsmessungen von eigenen Mitarbeitern vorgenommen würden. Auf kommunalen Straßen ebenso wie auf Kreis-, Landes- oder Bundesstraßen.

450 Überschreitungen

Dass der Einsatz von Verkehrsüberwachungssystemen notwendig ist, belegt die Zahl der verhängten Verwarngelder. So seien laut Eidenmüller in Vellmar kürzlich bei einer Messung in der Tempo-30-Zone in Höhe der Ahnatalschule im Zeitraum von sechs Stunden 450 Geschwindigkeitsüberschreitungen gemessen worden, obwohl erst bei einer Geschwindigkeit von 39 Kilometer pro Stunde geblitzt werde. Das unterstreiche die Notwendigkeit der Verkehrsüberwachung, die eindeutig und nur der Sicherheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer diene - im oben genannten Beispiel der Schulkinder, die an dieser Stelle einen Zebrastreifen überqueren müssten, erläuterte Eidenmüller.

Sein Fazit: „Die Verkehrsüberwachung ist ein Bestandteil der Verkehrssicherheit und wird nicht angewandt, um damit Geld zu verdienen.“

Von Werner Brandau

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