Neue Tempomessanlage in Grifte soll verbotene Lkw-Durchfahrten unterbinden

Sie blitzt in jede Richtung

Moderner: Edermündes Ordnungsamtsleiter Stephan Wassmuth an der Blitzer-Anlage. Ab 2. Oktober soll das Gerät in beide Richtungen blitzen, um zu verhindern, dass Lkw unerlaubt durch den Ort fahren. Im vergangenen Jahr wurden 2850 erwischt (kleines Foto). Foto/Repro: Dewert

Edermünde. Die Gemeinde Edermünde will vor allem Lkw-Fahrern, die das Durchfahrverbotn in Grifte missachten, ans Portemonnaie gehen. Bald wird die Blitzer-Anlage am nördlichen Ortseingang in beide Fahrtrichtungen funktionieren. Die Verbindungsstrecke zwischen den Autobahn 7 und der A 49 bei Baunatal wird als Abkürzung von Lastwagen genutzt, die das bestehende Durchfahrtverbot (ab 3,5 Tonnen) ignorieren. Um dem bestehenden Blitzer auszuweichen, ziehen die tonnenschweren Fahrzeuge in den Gegenverkehr.

„Damit ist jetzt Schluss. Die Anlage wird so eingestellt, dass sie Lastwagen in beide Richtungen mit Nummerschild aufnimmt“, sagt Stephan Wassmuth, Ordnungsamtsleiter der Gemeinde. Ein Eingriff in den Straßenverkehr wie das Gefährden des Gegenverkehrs könne dem erwischten Fahrer sogar Führerscheinentzug einbringen.

Umfahren kein Vergehen

Wie viele Bußgeldbescheide beim Regierungspräsidium Kassel (RP) bisher aufgelaufen sind, konnte dieses wegen des technischen Aufwandes nicht ermitteln. RP-Sprecher Michael Conrad sagte aber , dass das Umfahren des Blitzers selbst noch kein Vergehen darstelle. Nicht, solange der Gegenverkehr nicht gefährdet werde.

Für die Arbeiten auf Höhe der Einfahrt zur Ernst-Reuter-Schule war die Landesstraße von Grifte in Richtung Ratio-Land und Hertingshausen halbseitig gesperrt. Die Kosten der Aufrüstung des Blitzers in Höhe von 10 000 Euro trägt der Ordnungsbehördenbezirk Melsungen. Ab 2. Oktober soll das Gerät laut Wassmuth beide Richtungen abdecken.

Ärgerlich für die Gemeinde ist, dass das Durchfahrtverbot Ende Oktober endet. Man stehe daher in Verhandlungen mit dem RP in Kassel, so Wassmuth. Dies bestätigt Conrad: Zum Stand der Dinge sagt er indes nichts. Zuerst würde die Gemeinde über die Entscheidung informiert.

„Wir wollen eine Verlängerung. An den Voraussetzungen für das Verbot hat sich nichts geändert“, sagt Wassmuth. Er hoffe daher, dass es erneut erteilt werde.

Für die Ortsdurchfahrt in Grifte bedeute der Schwerlastverkehr eine enorme Belastung. Schon jetzt sei die Straße beschädigt. Sie besteht dort aus einzelnen Betonelementen mit denen der Pilgerbach überbaut ist. Das Überfahren der Bodenwellen und Nahtstellen sei für die Anwohner eine unsägliche Belastung. Viele der Häuser entlang der Ortsdurchfahrt zeigten Risse. (ddd/ing) HINTERGRUND

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