Helsaer Ortsteil St. Ottilien erhält neue Wasserversorgung – Hochbehälter im Bau

Die Bodenplatte ist gegossen

Grundriss bereits sichtbar: Hier, hoch über St. Ottilien, entsteht der neue Wasserhochbehälter für den kleinsten Helsaer Ortsteil. Von hier sollen die 310 Einwohner ab kommendem Jahr mit Trinkwasser versorgt werden. Foto: Schindler

Helsa. Mit dem Bau einer neuen Trinkwasserversorgung für den kleinsten Helsaer Ortsteil St. Ottilien ist jetzt begonnen worden. Die Baugrube wurde ausgehoben, die Bodenplatte in Beton gegossen. Anfang Oktober soll der Hochbehälter laut Bauamtsleiter Volker Witzel fertig sein.

Das Trinkwasser aus Eschenstruth wird dann aber noch nicht durch die Leitungen fließen, denn die Wasserleitung von Eschenstruth zum Hochbehälter wird erst im kommenden Jahr gebaut. In diesem Jahr wäre dies für die Gemeinde nicht zu finanzieren gewesen. Im Herbst 2015 soll dann auch die neue Leitung fertig sein.

Der Hochbehälter wird deutlich günstiger als angenommen. Statt 431 000 Euro muss die Gemeinde nur 365 000 Euro aufbringen. „Wir haben zum richtigen Zeitpunkt ausgeschrieben“, sagte Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) dazu.

Der neue Hochbehälter wird mit Trinkwasser aus dem Stiftswald gespeist. Dazu wird eine 1,1 Kilometer lange Wasserleitung von Eschenstruth zum Hochbehälter gebaut. Von dort fließt das Wasser durch das natürliche Gefälle zu allen Häusern St. Ottiliens.

Die neue Wasserleitung soll die bestehende Leitung von Fürstenhagen ersetzen, die marode ist. „Das war eine wirtschaftliche Entscheidung“, sagt der Bürgermeister. Die alte Leitung müsste dringend erneuert werden – ein hoher Aufwand von mehreren Hunderttausend Euro. In den vergangenen Jahren wurde sie mit hohem finanziellem Aufwand immer wieder notdürftig geflickt. Trotzdem waren die Wasserverluste groß. Das soll nun ein Ende haben.

Neues Wasser ist weicher

Es gibt noch weitere Gründe für die Neuausrichtung der Wasserversorgung für St. Ottilien. Denn das Wasser in Hessisch Lichtenau ist teurer als in Helsa. Für das Lichtenauer Wasser muss die Gemeinde 2,98 Euro pro Kubikmeter zahlen (bis Ende 2013 war es sogar noch rund ein Euro mehr), doch von den Abnehmern in St. Ottilien kann die Gemeinde nur den für Helsa gültigen Wasserpreis von 2,76 Euro kassieren – ein laufendes Minusgeschäft. Außerdem ist die Qualität des Trinkwassers aus dem Stiftswald besser: Der Härtegrad liegt hier bei 3 bis 4, beim Wasser aus Fürstenhagen bei 15 bis 16. „Das erfüllt zwar die Vorschriften der Trinkwasserverordnung“, sagt Küthe, doch glücklich sei man damit nicht. Das wird sich dann ändern. Mit dem weichen Wasser aus Eschenstruth braucht man weniger Waschmittel, Waschmaschine und Boiler verkalken nicht so schnell und Kaffee und Tee schmecken besser.

Die Gesamtinvestition von knapp 700 000 Euro soll sich innerhalb von elf Jahren amortisieren.

Von Holger Schindler und Peter Dilling

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