Das Theater Baunatal probt für die Premiere seines neuen Lustspiels

Ein Boxer auf der Bühne

Engagieren sich beim Theater Baunatal: Matthias Hadwiger (von links), Karla Wilke, Wolfgang Preuß, Eva Brede, Ursel Seipel, Alexander Tyrasa, Elvira Viereck, Stephan Kalt, Erika Knauf, Thomas Gück sowie (am Tisch sitzend) Edelgard Seidlitz (links) und Doris Müller (rechts). Fotos: Habich

Baunatal. Erika Knauf gibt sich auf der Bühne verzweifelt: Sie spielt die Rolle der Adelheid Breitenbach, und die ist sich sicher, dass ihr Mann sie mit der Tänzerin Coletta Corolani betrügt. Irgendwann wird sich das als falscher Verdacht entpuppen – doch bis dahin hält das Stück noch viele Verwicklungen bereit: „Der Meisterboxer“ heißt das Stück, das das Theater Baunatal für die Premiere am Samstag, 1. Oktober, eifrig probt.

Keine schwere Kost

Mit dem Schwank in drei Akten habe man sich bewusst für ein lustiges Stück entschieden, sagt Thomas Gück. Er leitet die Theatergruppe, die zum Sportverein GSV Eintracht Baunatal gehört. „Der Meisterboxer“ biete alles, was sich das Publikum vom Baunataler Theater erwarte: Schönen Wortwitz und eine runde Handlung mit einem glücklichen Ende. „Für schwere Kost gehen die Leute anderswohin.“

Das ganz Stück wird bei der Probe auf der Bühne der Kulturhalle Großenritte durchgespielt. Souffleuse Edelgard Seidlitz gibt Erika Knauf Anweisungen: „Mach das mal ein bisschen energischer.“ „Ne, ich mach das traurig“ sagt Erika Knauf. Die 64-Jährige ist schon seit acht Jahren dabei, solange wie es das Theater Baunatal gibt. Als Schülerin der Volksschule Gunterhausen stand sie früher bereits im Schultheater auf der Bühne. Schauspielerin zu werden, davon hat sie heimlich geträumt, dann aber mit 14 Jahren eine Lehre gemacht. Die Rolle der Adelheid Breitenbach gefällt ihr, weil die Figur „von einer Gefühlswallung in die nächste geschickt wird“. Im Stück ist sie die Frau des Marmeladenfabrikanten Breitenbach, der ihr vorschwindelt, ein berühmter Boxer zu sein. Weil es nicht genug Frauenrollen in dem Stück gab, teilt sich Erika Knauf die Rolle mit Eva Brede, jede von ihnen spielt sie drei Aufführungen lang.

Regiearbeit wird geteilt

Auch die Regiearbeit teilt sich die Gruppe. „Bei den Proben sitzen wir alle dabei, passen auf und geben Ratschläge“, sagt Thomas Gück. Unterstützt werden sie allerdings durch den Kasseler Profi-Schauspieler Carlo Ghirardelli: Durch eine Bekannte war Ghirardelli auf die Gruppe aufmerksam geworden und hilft seitdem immer wieder mit Profitipps weiter. Der Schauspieler sei beeindruckt gewesen, wie viel Zeit und Energie die Mitglieder der Gruppe nach Feierabend in das Theaterspiel investieren.

Eines solle sich aber auch unter professioneller Anleitung nicht ändern sagt Thomas Gück: „Wir sind alle Laien und spielen zum Spaß.“

Von Irene Habich

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