Feuer an Dieselaggregat

Brand stoppte Regiotramzug - keine Verletzten

Stopp am Bahnhof Obervellmar: Die Einsatzkräfte der Vellmarer Feuerwehr stellten im Bereich der Dachbox Brandspuren fest. Die Fahrgäste mussten die Tram aus Sicherheitsgründen verlassen. Fotos: Feuerwehr Vellmar/nh

Vellmar. Schreck in der Morgenstunde - auf der Bahnstrecke Warburg-Kassel hat in Höhe der Brücke an der B 7 zwischen Mönchehof und Vellmar eine Regiotram (RT) der Linie 3 gebrannt. Verletzt wurde niemand.

Am frühen Mittwochmorgen hatte der Zugführer der betroffenen Bahn die Leitstelle der Berufsfeuerwehr Kassel alarmiert, weil er auf dem Display im Führerstand der Bahn zunächst eine Fehlermeldung und kurz darauf im Innenraum eine Rauchentwicklung bemerkte.

Defekt am Turbolader

Grund dafür war nach Aussage von Matthias Frank, Presseverantwortlicher der Vellmarer Feuerwehr, vermutlich ein technischer Defekt am Turbolader eines der Dieseltriebwerke.

Als die insgesamt 34 Einsatzkräfte der Feuerwehr Vellmar eintrafen, war der dadurch verursachte Brand auf dem Dach der Tram bereits erloschen. „Die Feuerwehr musste keine Löscharbeiten mehr verrichten“, erklärte Frank. Aller Wahrscheinlichkeit nach habe sich das Dieselaggregat auf dem Fahrzeugdach entzündet.

Durch das sofortige Ausschalten des defekten Aggregats seitens des Fahrzeugführers sei das entstandene Feuer kurz darauf von selbst ausgegangen. Die Regiotram, in der zahlreiche Fahrgäste saßen, fuhr per Notbetrieb zum Bahnhof Vellmar.

Da es sich bei dem Zug um eine sogenannte Doppeltraktion handelte, war der erste Triebwagen noch in der Lage, den zweiten, defekten Wagen mitzuziehen. So konnte die Tram aus eigener Kraft den Bahnhof Obervellmar erreichen. Dort mussten die Fahrgäste die Bahn aus Sicherheitsgründen verlassen. Die Reisenden wurden laut Auskunft von Steffen Müller, Pressesprecher NVV, per Regiotram, Kurhessenbahn oder Eurobahn weiterbefördert. Am Bahnhof erkannten die Fachleute der Feuerwehr, dass die Tram im Bereich einer Dachbox Brandspuren aufwies.

Notfallmanager vor Ort

Mit der Wärmebildkamera wurde der Zug von der Brücke aus kontrolliert. Als schließlich der Notfallmanager der Bahn an der Einsatzstelle eingetroffen war, konnte dieser die Oberleitung abschalten und erden. Danach gelang es dem Trupp, über die Steckleiter auf den Zug zu steigen und den Dachkasten weiter zu kontrollieren. „Dabei konnte keine weitere Brandstelle ausgemacht werden, sodass der Einsatz kurz darauf beendet werden konnte“, erklärte Frank. Vom Vellmarer Bahnhof aus wurde die Regiotram zur Werkstatt gebracht.

Für die Dauer des etwa zweistündigen Einsatzes war die Strecke zwischen Obervellmar und Mönchehof gesperrt. Der Gleis in nördlicher Richtung war bereits nach einer Stunde frei. Außer den 34 Brandschützern der Vellmarer Feuerwehr waren die Einsatzkräfte der Polizei, des Rettungsdienstes der Rettungswache Vellmar sowie der Notfallmanager der Deutschen Bahn beteiligt.

Von Martina Sommerlade

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