650 Kilometer Kabel sollen in diesem Jahr verlegt werden

Breitbandausbau in Nordhessen wird mit 20 Millionen Euro gefördert

Kreis Kassel. „Das ist ein besonderer Tag für die Region“, sagte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Freitag in Kassel.

Dort überbrachte er den Bescheid über eine Förderung für den Breitbandausbau in Nordhessen. 20 Mio. Euro fließen aus dem europäischen Fonds für die Entwicklung des ländlichen Raums in die Region in das Mammutprojekt in den fünf Landkreisen.

Das Glasfasernetz wird rund 570 Orte in den fünf Landkreisen erschließen. Bis zu den Verteilerkästen der Telekom werden Glasfaserkabel verlegt. Der Flaschenhals werde die so genannte letzte Meile. „Das sind die Kupferleitungen von den Verteilerkästen bis zu den Hausanschlüssen“, sagt Kathrin Laurier, Geschäftsführerin der Breitband Nordhessen GmbH.

Tarek Al-Wazir

Es werde in Ausnahmen nur noch einzelne Hausanschlüsse geben, die im Endausbau nicht erreicht werden können, sagt Tarek Al-Wazir.

Im ersten Ausbauschritt sind so Mindestgesschwindigkeiten von bis zu 30 Mbit/s beziehungsweise Geschwindigkeiten von bis bis zu 50 Mbit/s möglich, sagt Laurier.

Mittelfristig seien aber auch Geschwindigkeiten 100 Mbit/s möglich. Komme das Vectoring (eine Methode, störende Strömungen auszugleichen), könnten diese Bandbreiten erreicht werden. Und: Sollten die Mittel ausreichen, könnte man möglicherweise auch das letzte Gehöft erschließen.

„Aufgabe ist groß“

„Die Aufgabe ist groß“, sagte Al-Wazir. Mehr als 2000 Kilometer Leerrohre beziehungsweise Kabel würden verlegt – das entspricht Luftlinie etwa der Entfernung zwischen Kassel und Ankara. „Das ist europaweit eines der größten Breitbandausbauprojekte.“ Auch, dass fünf Kreise an einem Projekt beteiligt seien, habe es in dieser Größenordnung noch nicht gegeben.

Noch seien Städte besser versorgt als die ländlichen Regionen Hessens, das ist eine „digitale Spaltung“. Die solle mit dem Breitbandausbau überwunden werden. „Das ist auch entscheidend bei der Ansiedlung von Unternehmen, kann also auch über Arbeitsplätze entscheiden.“

Durch die 20 Millionen Euro komme man schneller in die Rentabilitätszone, sagte Dr. Michael Koch (CDU), Landrat von Hersfeld-Rotenburg und Vorsitzender der Breitband Nordhessen GmbH. In den kommenden drei Jahren solle der wesentliche Ausbau abgeschlossen sein. Man würde gerne schneller ausbauen, allerdings sei das eine Frage der Ressourcen.

Das Netz gehöre am Ende den Bürgern Nordhessens, sagte Koch. Insgesamt kostet der Breitbandausbau in den Landkreisen rund 125 Mio. Euro. Ende September wurde mit dem Einbau der Rohre in allen Landkreisen begonnen. In diesem Jahr sollen etwa 650 Kilometer Kabel verlegt werden. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.