380-kV-Leitung: Breite Stromkorridore sollen durch die Region führen

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Mehr Leitungen über Ackerland: Die Energiewende bringt eine Neuordnung der Leitungsnetze mit sich. Stromkorridore sollen von Nord nach Süd durch Deutschland laufen.

Baunatal. Neue Wind- und Solarparks auf Ackerland. Riesige Offshore-Anlagen vor den Küsten, die breite Leitungskorridore von Nord nach Süd benötigen. Dezentrale Kraftwerke. Die Energiewende erfordert eine völlig neue Struktur von Stromtrassen. Besonders betroffen: Landwirte in der Mitte Deutschlands.

Eine bereits geplante 380-kV-Leitung zwischen Wahle (Landkreis Peine) und Mecklar (Kreis Hersfeld-Rotenburg) wird damit nicht die einzige Höchstspannungsleitung sein, die schon bald die Region Kassel durchschneiden wird.

Leitungen in der Größenordnung 380 kV, die Höchstspannung liefern, gibt es in Deutschland derzeit mit einer Länge von 35 000 Kilometern. Bis 2020 sollen allein in dieser höchsten Klasse 3600 Kilometer hinzukommen, sagte jetzt Fachanwalt Ulrich Böcker (Potsdam) bei einer Veranstaltung für Landwirte in Baunatal.

Trassenverläufe in Planung

Die Leitungen liefen vorrangig von Norden nach Süden, vermutlich in mehreren Korridoren von oben nach unten auch durch Hessen, weil in riesigen Windparks vor den Küsten von Nord- und Ostsee Strom für das ganze Land produziert werden soll. Die für die wichtigsten Leitungen benötigte Streifen sollen bis zu einem Kilometer breit sein, sagte Böcker. Die Bundesnetzagentur befasse sich gerade mit den Trassenverläufen.

Landwirte aus der Region sollten sich auf jeden Fall im Vorfeld beraten lassen, rät Dr. Volker Wolfram (Guxhagen), Vorsitzender der Fachgruppe Sachverständige, die sich um die Entschädigung der Landwirte durch die Energieversorger kümmert.

Von Sven Kühling

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