KSV Baunatal verzeichnet Mitgliederrekord und bereitet neue Angebote wie eine Ausbildungsbörse vor

Breites Bündnis für den Sport gefordert

Ehrung für Treue: Vizepräsidentin Christine Lutze (rechts) zeichnete Arno Lattemann (von links), Willi Günther, Marianne Ritze und Gerhard Göbel für mehr als 50-jährige Mitgliedschaft im KSV Baunatal aus. Fotos: Dilling

Baunatal. Als mitgliedsstärkster Verein in der Region kann man schon mal ordentlich Selbstbewusstsein zeigen. Daran ließen es Timo Gerhold, Vorstandschef des KSV Baunatal, und Vizepräsident Marco Weber beim Neujahrsempfang ihres Vereins am Wochenende in der KSV Sportwelt nicht mangeln.

Der KSV habe seine Mitgliederzahl 2014 erneut - um 2,3 Prozent - auf über 6100 steigern können. „Darauf sind wir sehr stolz. Wir wollen, dass sich alle Sportler in unserem Verein wohlfühlen“, sagte Weber. Doch der Verein strebt mit seinen Angeboten über das rein Sportliche hinaus: 2015 werde in Zusammenarbeit mit der Stadt Baunatal eine Ausbildungsbörse organisiert, kündigte Weber bei der Veranstaltung an. Im sozialen Bereich will der Verein noch weiteres Terrain erschließen: Im Frühjahr werde der KSV Bewegungsangebote für geistig und körperlich Behinderte machen. Gesundheits- und Rehasport hätten schon jetzt das größte Wachstumspotenzial im KSV, sagte Gerhold. Sport könne auch für die erwartete Flut von Flüchtlingen ein „Türöffner“ werden, erklärte er.

Türöffner für Asylbewerber

Der Verein denke an Bewegungsangebote für Asylbewerber als ein „sportliches Willkommen“. Im Übrigen werde die „Integrationsfunktion“ des KSV immer wichtiger. Der Verein leiste auch einen wichtigen Beitrag zur Jugendsozialarbeit in der Stadt, sorge für Gewaltprävention. Er sei außerdem mit seinen 2,3 Millionen Euro Umsatz - Geld, das überwiegend in der Region bleibe - ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region, erklärte Gerhold.

Weber und Gerhold lobten die Stadt Baunatal für die große Unterstützung des Vereins, die vorbildlich sei. Doch angesichts der wachsenden Aufgaben müsse noch mehr drin sein. So deutete es Gerhold an. Die Stadt könne ein breites Bündnis und Netzwerk von Verwaltung, Wirtschaft, Politik und Vereinen initiieren, regte er an.

Schließlich „übernimmt der organisierte Sport eine Fülle von staatlichen Aufgaben“, sagte Gerhold. Beispielsweise im Bereich des Ehrenamts im Sport kämen manche Aktive schon jetzt an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Unterstützung bekam Gerhold vom Sportkreis-Vorsitzenden Roland Tölle: Auf den Sportvereinen laste enormer finanzieller Druck. Der gerade in Kraft getretene Mindestlohn könne sich - etwa im Jugendtrainer-Bereich - auch für den KSV zu einem „richtigen Problem“ auswachsen.

Bürgermeister Manfred Schaub kündigte an, den KSV bei der Suche nach Orten für Bewegungsangebote zu unterstützen. In der Nachbarschaft des neuen Quartiers am Stadtpark werde man nach geeigneten Freiflächen suchen, die dann vom KSV unterhalten werden sollen.

Finanziell seien der Stadt aber Grenzen gesetzt, deutete er an und verwies auf die 7,2 Millionen Euro, die Baunatal wegen der Neuregelung des kommunalen Finanzausgleichs im Stadtsäckel fehlen könnten.

Von Peter Dilling

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