Denkmalpflege erlaubt Abbruch von Teilen der Glashütte

Brennöfen dürfen weg

Sera hat Glashüttengebäude gekauft: Während des Umbaus des Verwaltungstraktes arbeiten Sera-Mitarbeiter hier. Fotos: Thon

Immenhausen. Gleich drei Investoren interessieren sich für die Produktionshalle der ehemaligen Glashütte in Immenhausen. Mit Namen hält sich Bürgermeister Herbert Rössel bedeckt. Doch es gibt positive Nachrichten, die jeden der Konkurrenten um die Immobilie interessieren dürften: Denn gegen den Abriss der alten Brennöfen und des Schornsteins gibt es keine Widerstände.

Wie Rössel jetzt sagte, hätten Denkmalpflege und Wirtschaftsministerium keine Einwände gegen einen Abbruch. Das sei ein wichtiges Signal, denn hätten die baulichen Anlagen erhalten werden müssen, wäre wohl jeder der drei Investoren abgesprungen und eine Folgenutzung nahezu unmöglich geworden.

Altmetallhändler haben die drei Brennöfen aus der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts bereits zerstört. Sie bauten Teile ab und verkauften das Metall. Eine Sanierung der Öfen hätte lediglich die Stadt Immenhausen mit Unterstützung des Programms der Städtebauförderung anschieben können. Ein Drittel der Kosten hätte die Kommune beisteuern müssen. „Das ist für uns zu teuer“, sagt der Verwaltungschef. Das Geld sei an anderer Stelle besser ausgegeben. Zudem hätten die Öfen eine Grundfläche von zehn mal zehn Metern, hinzukomme ein Laufgang – das alles beanspruche viel Platz und sorge bei Unternehmern nicht gerade für Attraktivitätssteigerung.

Wenn auch dem Abriss von Öfen und Schornstein nun nichts mehr im Weg steht, so knüpft die Denkmalpflege dennoch Auflagen an den Erhalt der Produktionshalle. Das Dach besteht aus einer maroden Stahlkonstruktion, in den Fenstern gibt es Eisensprossen. Was genau aus der Vergangenheit in die Gegenwart hinübergerettet und vor dem Verfall bewahrt werden soll, steht noch nicht fest.

Die Produktionshalle befindet sich derzeit im Besitz eines Mannes aus Kassel, der dort einen Reifenhandel betreibt. Die Stadt sieht den Betrieb kritisch, da die Lagerung großer Reifenmassen besondere Ansprüche an den Brandschutz stellt. Zuletzt hatte die Kommune eingreifen müssen. Sie forderte den Reifenhändler auf, seine Lagerkapazitäten zu reduzieren. Wie Bürgermeister Herbert Rössel sagte, sei die Stadt an einem Kauf der Halle interessiert.

Sera kaufte zwei Gebäude

In den vergangenen Monaten hat die Firma Sera zwei Gebäude auf dem ehemaligen Hüttengelände gekauft. Dabei handelt es sich um das Verwaltungsgebäude und das Ausstellungsgebäude. Während das eigentliche Bürogebäude der Sera derzeit um zwei Geschosse erweitert wird, nutzen die Mitarbeiter des Unternehmens die Komplexe der Glashütte. (ant)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.