Jungen des Kinderhortes Frommershausen kochten gemeinsam Gelee aus Äpfeln

Brotaufstrich vom Baum

Fleißarbeit: Emsig zerkleinern Paul Lanz (9) und Fabian Siebrecht die eingesammelten Äpfel, damit sie im Entsafter gekocht und mit Gelierzucker verfeinert zu einem schmackhaften Gelee werden.

Vellmar. Die Jungen des Kinderhortes Frommershausen sitzen an einem großen Tisch, halten kleine Messer in der Hand und zerteilen ganz vorsichtig Äpfel. Früchte, die sie tags zuvor auf der Streuobstwiese in ihrem Stadtteil aufgelesen oder gepflückt haben.

Dazu hatte eine Anwohnerin noch erlaubt, ihren Apfelbaum zu plündern, da sie das reife Obst nicht mehr selbst ernten kann. So waren es am Ende rund zwei Zentner, die von den Kindern mit dem großen Bollerwagen der städtischen Einrichtung in den Hort gefahren wurden.

„Pass auf, da können auch Würmer drin sein“, ruft Fabian Siebrecht seinem Tischnachbarn zu. Und tatsächlich war da ein kleines Loch, in dem sich ein unerwünschter Gast verborgen hielt. Mit etwas Geschick wurde das verräterische Wurmloch herausgeschnitten und der Rest des Apfels landete zerkleinert im großen Entsafter. „Schließlich soll aus den Früchten nur einwandfreies Gelee werden“, erklärt der achtjährige Fabian selbstbewusst.

Weil es beim Gelee kochen sehr heiß hergeht, übernimmt Horterzieher Achim Mathusek den Part am Herd. „Den Jungen macht es sehr viel Spaß und uns ist wichtig, dass sie ihren Bewegungsdrang ausleben können und gleichzeitig ihre sozialen Kompetenzen fördern. Das Pflücken der Äpfel war schon ein kleines Abenteuer.“

Hinzu komme, dass die Jungs lernten, wie aus einem Naturprodukt ein Nahrungsmittel entstehen kann. „Ein Thema, das im häuslichen Umfeld speziell bei Jungen zu kurz kommt“, erklärt Achim Mathusek.

Nach gut einer Stunde haben die 15 Kinder die Hälfte der Äpfel zerkleinert und etwa 50 Gläser mit dem durch Gelierzucker verfeinerten Saft abgefüllt. Am Nebentisch sitzen die Mädchen des Hortes. Sie dürfen das Gelee probieren. Die Antwort ist ebenso knapp wie treffend. „Schmeckt gut“, sagt die sechsjährige Jette Reuter und greift wieder zu ihren Buntstiften, um ein Bild zu Ende zu malen.

Das fertige Gelee soll ab dem 26. September im Hort verkauft werden. Das kleine Glas soll 1,50 Euro und das große Glas 2 Euro kosten. „Von dem Geld, das wir dafür bekommen, wollen wir in den nächsten Osterferien eine Jungenfreizeit auf dem Hohen Meißner finanzieren“, weiß Paul Lanz zu berichten. Darauf freuen sich er und die anderen Jungs der Hortgruppe.

Von Werner Brandau

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