Altes Bauwerk am Bahnhof Obervellmar ist marode und wird ersetzt – Straßenverkehr nicht mehr gewachsen

Brücke kommt aber erst 2014

Nach 50 Jahren marode: Die viel befahrene Brücke am Bahnhof Obervellmar ist der Verkehrsbelastung nicht mehr gewachsen und wird im Frühjahr 2014 durch einen zwei Millionen teuren Neubau ersetzt. Dadurch verzögern sich auch die Sanierungsarbeiten der Abwasserkanäle und der Neubau der Straßen in der Siedlung um mindestens ein weiteres Jahr. Fotos: Brandau

Vellmar. 1963 wurde die alte und für den Straßenverkehr viel zu enge Brücke durch einen Neubau ersetzt. Ein weiterer Grund für die neue Brücke waren damals die anstehende Elektrifizierung der Bahn und die fehlende Höhe zur späteren Oberleitung. Jetzt muss wieder ein neues Bauwerk her, weil die vorhandene Überführung der Landesstraße 3234 dem heutigen Straßenverkehr nicht mehr gewachsen ist.

„Eigentlich wollten wir die Bahnhofsbrücke bereits 2013 erneuern lassen“, sagt Horst Sinemus, Pressesprecher von Hessen Mobil. Doch wegen der noch andauernden Baumaßnahmen für das dritte Gleis im Bahnhofsbereich könne nicht gleichzeitig mit dem Abriss der Brücke begonnen werden.

Sperrpausen im Gespräch

Man führe zurzeit auch Gespräche mit der Deutschen Bahn AG darüber, ein Zeitfenster zu finden, in dem die geplanten Brückenbauarbeiten vorgenommen werden können. Bei laufendem Bahnverkehr sei es zu gefährlich, die Brücke abzutragen.

Die benötigten Sperrpausen, in denen man arbeiten könne, seien in diesem Jahr nicht mehr realisierbar. „Wir gehen aber davon aus, dass mit dem Neubau der rund zwei Millionen Euro teuren Brücke im Frühjahr 2014 begonnen werden kann“, teilte der Hessen-Mobil-Sprecher mit. Legt man eine Bauzeit von einem knappen Jahr zugrunde, so könnten die Arbeiten Anfang 2015 abgeschlossen sein.

Wegen der maroden Widerlager des 50 Jahre alten Bauwerkes ist eine Sanierung nicht möglich. Allerdings sollen in Kürze die Bodenwellen, die durch Verschiebungen der Widerlager entstanden sind, beseitigt und die Brücke auf jeden Fall verkehrssicher gehalten werden. Als die Brücke 1963 gebaut wurde, war das Verkehrsaufkommen auf dieser Straße noch relativ gering.

Die Überführung, die jetzt täglich von weit mehr als 10 000 Fahrzeugen befahren wird, sei den heutigen Belastungen nicht mehr gewachsen; entsprechende Schäden seien die Folge. „Die 50 Jahre haben Spuren hinterlassen, sind aber bei solch einem Bauwerk durchaus üblich und entsprechen einer normalen Nutzungsdauer“, bestätigt der Behördensprecher.

Regenbogenkreuzung

Auf den Bereich Regenbogenkreuzung angesprochen, sagte Sinemus, dass durch das Land Hessen derzeit eine Neubewertung des gesamten hessischen Straßennetzes erfolge, bei der auch die Verkehrssituation dieser Kreuzung analysiert werde.

Diese ergebnisoffene Bewertung sei dann auch ausschlaggebend, ob die Kreuzung umgestaltet oder ein Kreisverkehr eingerichtet werde. „In Folge des verschobenen Neubaus der Brücke muss auch die geplante Sanierung der Abwasserkanäle und Straßen in der Siedlung oberhalb der Bahn um mindestens ein weiteres Jahr verschoben werden“, kündigte Vellmars Bürgermeister Dirk Stochla (SPD) an.

Von Werner Brandau

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