Ministerium hat keine Einwände gegen Holzkonstruktion – SPD-Abgeordneter: Varianten öffentlich abwägen

Brücke: Land hält sich bedeckt

In die Jahre gekommen: Die Holzbrücke über die Losse bei Sandershausen ist inzwischen schon mit Metallplatten verstärkt worden. Archivfoto: Koch

Niestetal / Kassel. Im Streit um die Frage, ob die geplante Brücke für Fußgänger und Radfahrer über die Losse bei Sandershausen 250 000 Euro kosten darf, hält sich das Land Hessen weitgehend bedeckt. Ohne die Planungsunterlagen einsehen und prüfen zu können, seien Angaben zur Wirtschaftlichkeit grundsätzlich nicht möglich, heißt es in einer Antwort des Wirtschafts- und Verkehrsministeriums auf eine Kleine Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Timon Gremmels (Niestetal).

Er hatte sich mit einem Fragenkatalog an die Landesregierung gewandt, nachdem durch HNA-Recherchen bekannt geworden war, dass die Brücke aus Beton eine Viertelmillion Euro kosten soll, in Kaufungen eine Brücke aus Holz dagegen für nur 40 000 Euro gebaut wurde.

Der Erbauer des Losse-Übergangs unweit des Rehheckenwegs in Niederkaufungen hatte zudem erklärt, in Niestetal für weniger als 50 000 Euro eine Brücke bauen zu können. Die Stadt Kassel, die für die Planung des Übergangs zuständig ist, hatte gegenüber unserer Zeitung auf den schwierigen Baugrund bei Sandershausen verwiesen und die Betonkonstruktion verteidigt.

Kosten indirekt geprüft?

Nach Einschätzung des Landtagsabgeordneten ist der Antwort der Landesregierung allerdings indirekt zu entnehmen, dass die Kosten für die neue Lossebrücke unter die Lupe genommen wurden.

Anhaltspunkt dafür sei, dass ein 80-prozentiger Zuschuss des Landes nur dann gewährt werde, wenn Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit des Projekts geprüft wurden, betont Gremmels.

Eine eindeutige Forderung des Landes nach einer Betonbrücke ist aus der Antwort des Ministeriums nicht abzuleiten. Die Experten des Ministeriums weisen lediglich darauf hin, dass Brücken mit Fahrbahnen aus Holz durch Moos rutschig werden können und daher regelmäßig gesäubert werden müssen.

Angesichts der Kosten von 250 000 Euro fordert Landtagsabgeordneter Gremmels nun, die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Brückenvarianten öffentlich abzuwägen. „Nur wenn die Bürger die Abwägung nachvollziehen können, akzeptieren sie am Ende auch eine teurere Variante, wenn diese sicherer ist und Kosten beim Unterhalt spart“, betont der Parlamentarier.

HINTERGRUND / STICHWORT

Von Peter Ketteritzsch

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