A44: Gemeinde Fuldabrück spricht sich bei Neubau über die Fulda für Variante 2 aus

Brücke soll weg vom Ort

An welcher Stelle soll die neue Autobahnbrücke über die Fulda geführt werden? Das war die alles entscheidende Frage, die während der Sitzungsunterbrechung auch von den Bürgern Willi Stier (von links), Herbert Günther, Wolfgang Marth und Klaus Peter diskutiert wurde. Foto: Wohlgehagen

Fuldabrück. Die Gemeinde Fuldabrück hat ihre Position zum geplanten Neubau der Autobahnbrücke bei Bergshausen geändert. Mit den Stimmen aller Parteien sprach sich die Gemeindevertretung am Donnerstag für eine südlicher als heute über die Fulda führende, vom Ort abrückende Linienführung aus.

Damit ist das Votum des Parlaments von 2006 für einen Brückenneubau an der jetzigen Stelle vom Tisch. Die Entscheidung wurde vor allem mit der Reduzierung der Lärmbelästigungen für die Einwohner begründet.

An der Sondersitzung im Rathaus nahmen ungewöhnlich viele Besucher teil. Zahlreiche Bürger mussten sich mit einem Stehplatz abfinden. Es sei die Sitzung mit dem bisher höchsten Zuschaueraufkommen, sagte der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Peter Cours (SPD), zu Beginn der von seiner Fraktion beantragten Sondersitzung.

Die Straßenplanungsstelle des Landes Hessen in Kassel untersucht zurzeit drei Varianten für den Brückenneubau. Die erste Variante entspricht dem augenblicklichen Standort, während die vom Parlament gewünschte Variante 2 weiter südlich am Umspannwerk auf das Autobahndreieck Kassel-Süd trifft. Die dritte Variante schwenkt am heutigen Westrand der Bergshäuser Brücke deutlicher nach Süden und stößt am Kiliansblick auf die A7.

„Wir sind jetzt gefordert, unsere Meinung bei den verantwortlichen Stellen anzubringen“, sagte Wolfgang Emde (SPD), das sei eine Verpflichtung gegenüber den Bürgern von Bergshausen. Die bevorzugte Variante habe den zusätzlichen Vorteil, dass im Tal Baugrundstücke hinzugewonnen werden.

Während der Beratungen votierten Sprecher aller Parteien grundsätzlich für diese Variante. Das Festhalten am heutigen Standort und auch die an die Sperre-Siedlung und Dennhausen herannahende Linienführung der dritten Variante fand wegen der befürchteten Lärmbelastungen und des zu hohen Landschaftsverbrauchs (Variante 3) keine Zustimmung.

Die CDU wollte sich zunächst auf keine Linienführung festlegen. „Wir können nicht über die Köpfe der Bürger entscheiden, solange die Lärmschutzwerte nicht vorliegen“, sagte ihr Sprecher Hans-Jürgen Lange. Wolfgang Arend (SPD) und Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD) plädierten jedoch vehement dafür, den politischen Willen „jetzt und mit einer Stimme“ zum Ausdruck zu bringen. Schließlich einigten sich die Parteien auf die von der SPD vorgeschlagene Variante 2. Vor der endgültigen Entscheidung der Gemeindevertretung sollen die Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsprüfung und die Ergebnisse der Lärmstudie in einer Bürgerversammlung vorgestellt werden.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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