Übergang über die Losse bei Sandershausen

Zu wenig Gefälle: Wasser steht auf neuer Brücke

Niestetal / Kassel. An der erst vor wenigen Wochen freigegebenen Brücke für Radfahrer und Fußgänger über die Losse bei Sandershausen gibt es einen gravierenden Baumangel: Nach Regenfällen kann das Wasser nicht ablaufen, weil der Übergang zu wenig Gefälle hat.

Die Folge: Überall auf dem Untergrund aus Beton stehen Pfützen. Leser unserer Zeitung, die die neue Brücke regelmäßig nutzen, haben uns auf den Missstand aufmerksam gemacht. Fotos von der Brücke belegen den Mangel. 

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Radfahrer und Fußgänger fürchten nun um ihre Sicherheit. Sie haben Angst, dass sie stürzen, wenn das auf der Brücke stehende Wasser im Winter zu gefährlichem Glatteis gefriert. Außerdem gehen sie davon aus, dass der Übergang schon in wenigen Jahren ein Sanierungsfall sein wird, wenn jetzt nichts getan wird. „Das Wasser macht doch den Beton kaputt“, sagte ein Passant. 

Gegenüber der HNA erklärte er, die für den Neubau zuständige Stadt Kassel bereits kurz nach der Eröffnung der Brücke im Juni auf die Pfützen hingewiesen zu haben. Auf HNA-Anfrage bestätigte Ingo Happel-Emrich, Sprecher der Stadt Kassel, das Problem mit der Brücke. Dieses sei der Stadt vor der Abnahme des Bauwerks bekannt gewesen. „Die Baufirma ist über den Mangel des unzureichenden Gefälles informiert und erarbeitet ein Sanierungskonzept zur Beseitigung desselben.“ 

Die Stadt werde das Konzept prüfen. Sobald die Verwaltung grünes Licht gegeben habe, würden die erforderlichen Arbeiten „zeitnah erledigt“. Der Stadt entsteht laut Happel-Emrich kein finanzieller Schaden. „Diese Arbeiten erfolgen zulasten der Baufirma.“ Die neue Brücke sorgte bereits vor ihrem Bau für Schlagzeilen. Der Bund der Steuerzahler prangerte die zunächst auf 250 000 Euro kalkulierten Baukosten in seinem Schwarzbuch an. 

Der Grund: In Niederkaufungen war eine neue Brücke für Radfahrer und Fußgänger aus Holz für erheblich weniger Geld errichtet worden. Die Stadt begründete die vergleichsweise hohen Kosten - am Ende wurden 189 000 Euro in Rechnung gestellt - mit schwierigen Gründungsarbeiten sowie der längeren Haltbarkeit der Beton-Ausführung. Der Überweg wird auch von Mitarbeitern der Firma SMA genutzt, die mit dem Drahtesel von Kassel zu der Produktionsstätte in Niestetal fahren.

Von Peter Ketteritzsch

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